Am Donnerstag zeigten sich die Börsen von den jüngsten Zahlen (vorgetragen am Vormittag) überrascht. Die Aktie verlor am Ende -4,27 % und kam mit rund 1.147,40 Euro durch das Ziel. Ein Grund ist eigentlich recht bekannt:

Der Stopp des Fregattenprojekts F126 zwingt Rheinmetall zu einer Anpassung der Jahresprognose. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern nun einen Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro. Damit liegt die neue Zielspanne am oberen und unteren Ende jeweils 300 Millionen Euro unter der bisherigen Planung. Auslöser ist der Wegfall des milliardenschweren Marineauftrags. Ungeachtet dieser Korrektur bewegt sich der erwartete Jahresumsatz weiterhin deutlich über den 9,94 Milliarden Euro des Vorjahres.

Rheinmetall verdient weiterhin viel Geld

An der Ertragskraft ändert die Prognoseanpassung nichts. Das Management hält unverändert an einer operativen Ergebnismarge von rund 19 % fest und signalisiert damit, dass die finanziellen Folgen des Projektstopps auf der Ergebnisseite weitgehend aufgefangen werden können. Andere Geschäftsbereiche sollen den geringeren Umsatzbeitrag kompensieren und die Profitabilität des Konzerns sichern.

Auch im 2. Quartal setzte der Konzern seinen Wachstumskurs fort. Rheinmetall übertraf die Gewinnerwartungen der Analysten und steigerte die operative Marge im zweiten Quartal auf 17,1 %. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem organischen Umsatzwachstum zwischen 28 und 31 %. Diese Kennzahlen zeigen, dass sich das operative Geschäft trotz der Prognoseanpassung weiterhin positiv entwickelt.

Die Entwicklung verdeutlicht zugleich, wie stark politische Entscheidungen einzelne Rüstungsprogramme beeinflussen können. Mit dem Ende des F126-Projekts verändern sich Kapazitäten und Wettbewerbsverhältnisse im Marinesektor. Rheinmetall bekräftigt dennoch, dass der Einstieg in dieses Geschäftsfeld strategisch weiterhin richtig gewesen sei. Die langfristige Ausrichtung des Unternehmens bleibt damit trotz der veränderten Rahmenbedingungen bestehen.

Ausschlaggebend für die Reaktion an den Börsen war dann allem Anschein nach tatsächlich insbesondere die gesenkte Umsatzprognose, obwohl die übrigen Geschäftszahlen ein deutlich robusteres Bild vermittelten.

Ein wesentlicher Pfeiler der Geschäftsentwicklung bleibt der Rekordauftragsbestand von 80 Milliarden Euro. Er sichert die Auslastung der Produktionskapazitäten über viele Jahre hinweg und bildet die Grundlage für zahlreiche laufende sowie künftige Rüstungsprojekte. Dadurch verfügt Rheinmetall trotz des wegfallenden F126-Auftrags weiterhin über eine breite operative Basis. Analysten mögen das: Die Kursziele liegen weiterhin im Mittel bei rund 1.670 Euro.