Für neue Gespräche sorgt eine aktuelle Analystenstudie. Berenberg hat die Kaufempfehlung für Rheinmetall bestätigt und das Kursziel bei 1.750 Euro belassen. Die Privatbank begründet ihre Einschätzung mit den langfristigen Perspektiven im europäischen Verteidigungsmarkt. Die Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie noch weit unter den Analystenerwartungen notiert.

Rheinmetall: Die Praxis sieht schwächer aus

Der Abstand wird beim Blick auf den Analystenkonsens deutlich. Das durchschnittliche Kursziel liegt aktuell bei 1.882,10 Euro. Ausgehend vom letzten Schlusskurs von 1.202,60 Euro errechnet sich daraus ein Potenzial von 56,50 %.

Fundamental bleibt das Unternehmen trotz der Kurskorrektur ambitioniert bewertet. Für 2026 wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33,6 erwartet. Bereits für 2027 sinkt dieser Wert auf 22,8. Gleichzeitig rechnen Analysten mit einem Umsatzanstieg von 14,15 Milliarden Euro auf 19,01 Milliarden Euro. Der Nettogewinn soll von 1,64 Milliarden Euro auf 2,44 Milliarden Euro steigen.

Die Nachrichtenlage bleibt ebenfalls positiv. Rheinmetall und General Atomics prüfen eine transatlantische Kooperation bei Entwicklung und Produktion der Gleitbombe Vektrex. Zusätzlich vereinbarte das Unternehmen eine Partnerschaft mit VANTOR zum Aufbau souveräner Informations- und Aufklärungslösungen. Beide Meldungen stammen aus den vergangenen Tagen und erweitern die Aktivitäten in strategisch wichtigen Bereichen moderner Verteidigungssysteme.

Hinzu kommen mehrere Präsentationen auf der Verteidigungsmesse Eurosatory. Dort stellte Rheinmetall unter anderem neue Lösungen für Luftverteidigung und Munition vor. Parallel meldete Rheinmetall Destinus Strike Systems einen Produktionsmeilenstein beim tausendsten T150-Triebwerk. Diese Projekte unterstreichen die hohe Auslastung des Unternehmens im Zuge steigender Verteidigungsbudgets.

Charttechnisch bleibt die Lage allerdings anspruchsvoll. Die Aktie notiert weiterhin deutlich unter wichtigen gleitenden Durchschnitten. Die 100-Tage-Linie verläuft bei rund 1.446 Euro und liegt damit mehr als 240 Euro über dem aktuellen Kurs. Nur Analysten sehen hier noch gewaltige Chancen. 1.880 Euro sind es ca. im Mittel!