Rheinmetall gerät weiter unglaublich unter Druck. Der Kurs fiel am Freitag noch einmal um mehr als 4 % auf nur noch 1349,60 Euro. Das ist mittlerweile fast dramatisch. Innerhalb der vergangenen drei Monate ging es um rund 26 % abwärts. Das Vertrauen in die Rüstungsbranche scheint darnieder zu liegen.

Gleichzeitig erweitert Rheinmetall sein operatives Spektrum spürbar. In Hamburg war zum Beispiel vor kurzem die Serienfertigung des neuen unbemannten Überwasserfahrzeugs Kraken K3 Scout gestartet. Für dieses Projekt wurde eine eigene Unternehmenseinheit gegründet. Das System ist kompakt, aber leistungsstark: 8,50 Meter Länge, Geschwindigkeiten bis zu 55 Knoten und eine Nutzlast von 600 Kilogramm. Die satellitengestützte Kommunikation erlaubt wochenlange autonome Einsätze. Dies ist am Markt schon (wieder) übersehen worden. Ebenso wurde eine Bestellung der Bundeswehr über Kamikaze-Drohnen im Mrd.-Segment zuletzt einfach ignoriert. Das alles ist derzeit am Markt erschütternd.

Rheinmetall: Worauf warten die Märkte?

Hinzu kommen zahlreiche aktuelle Auftragsmeldungen: neue Munitionspakete, Aufträge für Drohnen, Loitering‑Munition und weitere Beschaffungen im In‑ und Ausland. Operativ entsteht ein deutlicher Wachstumscase, wie Analysten sagen würden.

Die Analysten insgesamt erneuern ihre Kursziele sogar. Die liegen zum großen Teil bei über 2.000 Euro. Der Markt hat aber den Rückwärtsgang eingeschaltet. Die offene Frage: wer irrt hier eigentlich?

Ein Geheimnis, das sich wahrscheinlich die Skeptiker eher begründen müssen. Denn die Auftragsvolumina werden sich bis 2030 aller Voraussicht nach noch einmal vervielfachen. Statt aktuell (im laufenden Jahr) 14 bis 14,2 Mrd. Euro werden es dann sicherlich 40 bis 45 Mrd. Euro Umsatz sein. Die Rüstungsmaschine läuft. Die Märkte sehen allerdings sehr klar weg. Warum eigentlich?