Der Rüstungs- und Technologiekonzern Rheinmetall baut seine Geschäftsaktivitäten über verschiedene Sparten hinweg aus. Neben neuen Beschaffungs- und Serviceverträgen verzeichnet das Unternehmen staatliche Unterstützung für zivile Entwicklungsprojekte, während sich die Einschätzungen am Kapitalmarkt nach einer längeren Schwächephase stabilisieren. Im vorbörslichen Handel notiert das Papier bei 969,00 Euro.
Zivile Förderung und maritime Serviceverträge
Am Standort Hartha fließen öffentliche Gelder in die Technologieentwicklung des Konzerns. Die Tochtergesellschaft Pierburg Pump Technology GmbH soll für die Entwicklung von Fertigungsprozessen für NanoLam™-Kondensatoren Fördermittel von rund 1,5 Millionen Euro erhalten, wie das Unternehmen am 22. September mitteilte. Das Projekt zielt auf innovative Fertigungsverfahren ab und stärkt das technologische Profil der Komponentensparte.
Parallel zum industriellen Entwicklungsbereich sicherte sich Rheinmetall zusätzliche Aufgaben im maritimen Dienstleistungssektor. Am 23. September meldete der Konzern den Abschluss einer Vereinbarung mit der Generalzolldirektion. Der mehrjährige Rahmenvertrag umfasst Instandsetzungs- sowie Wartungsarbeiten an vier neuen Zollschiffen mit LNG-Antrieb. Damit übernimmt Rheinmetall langfristige Betreuungsaufgaben für Behördenfahrzeuge.
Internationale Aufträge im Rüstungsbereich
Auch das militärische Kerngeschäft verzeichnete Zuwächse auf internationalen Märkten. Über die Tochtergesellschaft American Rheinmetall ging am 10. September ein Auftrag des U.S. Marine Corps ein. Das Vertragsvolumen beläuft sich auf 7,28 Millionen US-Dollar und umfasst die Lieferung von zwölf autonomen Mission Master SP-Bodenfahrzeugen, fünf Amphibien-Kits sowie zugehöriger Ausrüstung.
Zudem verbuchte der Konzern eine Großbestellung im Artilleriesegment: Ein nicht genannter internationaler Kunde orderte eine fünfstellige Anzahl an Geschossen des Kalibers 155 Millimeter. Das Finanzvolumen dieser Vereinbarung bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Fertigung dieser Munitionschargen ist bereits angelaufen, während der Abschluss der Auslieferung für das Jahr 2027 vorgesehen ist.
Geänderte Analysteneinstufung nach Kursverlusten
Die operative Entwicklung trifft auf ein verändertes Sentiment unter den Marktbeobachtern. Medienberichten zufolge stufte MWB Research die Aktie am 21. September von zuvor „Sell“ auf „Hold“ hoch.
Die Hochstufung folgt auf deutliche Abgaben in den vergangenen Monaten: Seit Jahresanfang verzeichnet die Rheinmetall-Aktie ein Minus von 38 Prozent. Mit dem aktuellen Niveau liegt der Titel zudem mit einem Abschlag von 52 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro.
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