Die Aktie von Rheinmetall hat am heutigen Freitag um 5,7 Prozent auf 1.093,60 Euro zugelegt. Neben einer allgemeinen Erholung der europäischen Rüstungswerte sorgte eine operative Nachricht aus Spanien für Rückenwind: Der Düsseldorfer Konzern nahm an seinem Standort im spanischen Albacete eine neue Fertigungslinie für Mittelkalibermunition offiziell in Betrieb.
Zusätzliche Kapazitäten im spanischen Albacete
Mit der neuen Anlage baut das Unternehmen seine Kapazitäten im Munitionsbereich weiter aus. Rheinmetall investierte nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro in den Standort. Die neu geschaffene Fertigung ist auf ein jährliches Volumen von etwa 1,2 Millionen Geschossen sowie rund 1,8 Millionen Patronenhülsen ausgelegt, was einer Gesamtkapazität von rund drei Millionen Komponenten entspricht.
Mit dem Produktionsstart geht zudem ein personeller Ausbau einher. Das Unternehmen plant, die Belegschaft in Albacete schrittweise von bislang rund 210 auf etwa 300 Beschäftigte aufzustocken. Der Konzern reagiert damit auf die anhaltend hohe internationale Nachfrage nach Munition für Streitkräfte.
Rückenwind aus dem europäischen Branchenumfeld
Die Inbetriebnahme traf am Markt auf ein freundliches Branchenklima. Laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX griffen Anleger im Rüstungssektor nach jüngsten Schwächephasen wieder zu.
Als stützend erwiesen sich dabei auch Einschätzungen von Morgan Stanley zu möglichen zusätzlichen Aufträgen aus dem deutschen Verteidigungshaushalt gegen Jahresende sowie der Erwartung einer saisonalen Sektorerholung. Medienberichten zufolge verzeichneten neben Rheinmetall auch andere deutsche Branchenvertreter deutliche Kursgewinne.
Die Analystenlandschaft zeigte sich im Vorfeld indes geteilter Meinung. Während Berenberg die Einstufung vor gut einer Woche auf „Hold“ zurücknahm und das Kursziel auf 1.020 Euro senkte, bestätigte RBC am 9. Oktober die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 1.600 Euro.
Liquiditätspolster und anstehende Quartalszahlen
Finanziell hatte sich Rheinmetall bereits wenige Tage zuvor zusätzlichen Handlungsspielraum gesichert. Anfang des Monats erneuerte das Unternehmen vorzeitig seine syndizierte Kreditlinie und verdoppelte deren Rahmen von 750 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro. Die Fazilität dient allgemeinen Unternehmenszwecken und sichert den laufenden Ausbau der Produktionsinfrastruktur ab.
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den nächsten planmäßigen Unternehmenstermin. Am 5. November 2026 legt der Rüstungskonzern seine Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 vor, die Aufschluss über den operativen Geschäftsverlauf der ersten neun Monate geben wird.
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