Nach einem Kurseinbruch von mehr als 20 Prozent in sieben Tagen setzt Rheinmetall-Chef Armin Papperger ein ungewöhnlich klares Zeichen: Er kaufte eigene Aktien im Wert von über drei Millionen Euro. Eine Botschaft, die der Markt registrieren dürfte.
Absturz mit Kontext
Der Auslöser für den jüngsten Einbruch war das Ende des F126-Fregattenprojekts. Das Bundesverteidigungsministerium strich das Programm, an dem Rheinmetall beteiligt sein sollte. Der Kurs reagierte heftig. Mit 940,60 Euro liegt die Aktie nur noch 4,22 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro — und gut 52 Prozent unter dem Jahreshoch von 1.995,00 Euro aus dem September 2025. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 41 Prozent.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 23,7. Werte unter 30 gelten als überverkauft — ein Niveau, das technisch orientierte Käufer anlocken kann. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt knapp 24 Prozent nach unten.
Kerngeschäft bleibt intakt
Das Fregattenprojekt war ein Rückschlag. Kein Einbruch des Geschäftsmodells. Rheinmetall bestätigte zuletzt seine Jahresprognose. Die Nachfrage nach Artilleriemunition, Luftverteidigungssystemen wie dem Skyranger und Drohnenabwehr bleibt hoch.
Konkret: Die Bundeswehr bestellte 23 Bergepanzer des Typs „Büffel“ im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich nach. Das erste Fahrzeug soll im Dezember 2027 ausgeliefert werden, das letzte im Juni 2029. Solche Folgeaufträge zeigen, dass Rheinmetall als Systemlieferant fest eingebunden bleibt — unabhängig vom Marinegeschäft.
Was der CEO-Kauf bedeutet
Insiderkäufe in dieser Größenordnung sind selten. Papperger setzt mehr als drei Millionen Euro eigenes Kapital ein — zu Kursen, die nahe am Mehrjahrestief liegen. Marktbeobachter werten solche Transaktionen als Indiz dafür, dass das Management den aktuellen Kurs für deutlich zu niedrig hält.
Ob das reicht, um den Trend zu drehen, hängt auch von Berlin ab. Diskutiert wird, ob Rheinmetall an einem Ersatzprogramm für die gestrichenen Fregatten — etwa den MEKO-Fregatten — beteiligt wird. Ein solcher Auftrag würde die Marinesparte neu bewerten. Bis dahin bleibt der RSI-Wert von 23,7 das stärkste technische Argument für eine Stabilisierung.
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