Rheinmetall schiebt sich zum Auftakt der neuen Woche minimal vorwärts. 995,60 Euro stehen jetzt auf den Kurstafeln, dies ist ein Plus von 0,37 %. Die Aktie hatte sich am Freitag bereits etwas erholt. Die Aktie legte um mehr als 2 % zu. Maßgeblich dürfte dabei gewesen sein, dass der Branchenkollege Saab Geschäftszahlen vorlegte, die deutlich über den Erwartungen lagen. Dies spricht dafür, dass die Rüstungsbranche insgesamt zuletzt schwächer bewertet worden ist, als es die fundamentalen Daten rechtfertigen würden.

Bleibt der Kurs auf niedrigem Niveau stabil?

Rheinmetall selbst bemüht sich seit einiger Zeit um eine Stabilisierung des Kurses. Trotz neuer Projekte und Kooperationen gelingt dies bislang jedoch nur eingeschränkt.

Zuletzt hat Rheinmetall mit Space Norway eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist eine engere Zusammenarbeit bei satellitengestützten Fähigkeiten zur Überwachung von Seegebieten. Die beiden Unternehmen haben hierzu ein Memorandum of Understanding abgeschlossen. Geplant ist insbesondere die gemeinsame Entwicklung von Sensoren, Missionssystemen sowie moderner Satellitenkommunikation für Verteidigungsanwendungen.

Als potenzielle Kunden gelten neben Deutschland auch weitere verbündete Staaten, insbesondere im Ostsee- und möglicherweise auch im Nordseeraum. Die Kooperation reiht sich in weitere Weltraumaktivitäten des Unternehmens ein. Bereits vor einiger Zeit hatte Rheinmetall gemeinsam mit OHB Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit im Bereich weltraumgestützter Systeme ausgelotet.

An den Börsen fanden diese Entwicklungen bislang allerdings kaum Beachtung. Derzeit geht es für Rheinmetall vor allem darum, die schwache Stimmung gegenüber Rüstungsaktien insgesamt zu überstehen.

Operativ dürfte das Unternehmen dagegen auf ein solides Geschäftsjahr zusteuern. Am 6. August werden die Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Die Erwartungen des Marktes sind hoch, und derzeit gibt es nur wenige Hinweise darauf, dass Rheinmetall diese nicht erfüllen könnte.

Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Margen, die sich nach den Planungen des Unternehmens weiter verbessern sollen. Außerdem rechnen Analysten für das zweite Quartal mit einem Umsatz von gut 3 Milliarden Euro. Das Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahresquartal wird auf rund 50 bis 60 % geschätzt. Beim Gewinn je Aktie erwarten die Analysten derzeit etwa 7,11 Euro.

Damit bleibt Rheinmetall aus fundamentaler Sicht trotz des entfallenen F126-Fregattenauftrags auf Kurs. Zwar wurden einige Kursziele zuletzt leicht reduziert. Im Durchschnitt sehen Analysten die Aktie jedoch weiterhin bei rund 1.690 Euro. Das entspricht gegenüber dem aktuellen Kursniveau einem Aufwärtspotenzial von etwa 72 %.

Aus wirtschaftlicher Sicht wird Rheinmetall damit weiterhin deutlich höher bewertet, als es der derzeitige Börsenkurs von unter 1.000 Euro vermuten lässt.