Ein heimlich durchgesickerter Haushaltsentwurf für den Rüstungsetat 2027 sorgt bei den Analysten von mwb research für heftige Sorgenfalten. Das Institut rät beim Düsseldorfer Rüstungsriesen Rheinmetall zu strikter Zurückhaltung und belässt die Aktie auf „Hold“. Der Grund für den plötzlichen Pessimismus ist ein radikaler Prioritätenwechsel im Bundesverteidigungsministerium. Berlin plant offenbar, massive Gelder aus dem klassischen Geschäft mit Landsystemen abzuziehen. Das ist eine Hiobsbotschaft für die Kernsparten des DAX-Konzerns.

Haushalts-Krimi: Gewinner und Verlierer der Umschichtung

Der geheime Sparplan sieht drastische Kürzungen bei Munition, schweren Kampffahrzeugen und logistischen Truppenfahrzeugen vor. Zwar dürfen sich der Schützenpanzer Puma und maritime Projekte über leichte Budgeterhöhungen freuen, wovon vor allem der Marinespezialist TKMS profitiert. Für Rheinmetall überwiegen unterm Strich jedoch ganz klar die Nachteile. Da die Märkte diese politische Kehrtwende bisher überhaupt nicht auf dem Schirm haben, wittern die Experten erhebliche Risiken für den langfristigen Unternehmenswert. Dennoch lassen sie ihr Kursziel von 1.150 Euro unangetastet, da die endgültigen Verhandlungsergebnisse noch ausstehen.

Explosive Prognosen treffen auf wackligen Chart

Trotz des aktuellen Gegenwinds aus der Politik bleiben die langfristigen Wachstumsprognosen bis zum Jahr 2028 absolut atemberaubend. Der Umsatz soll auf astronomische 24,13 Milliarden Euro explodieren, während sich der operative Gewinn auf fast fünf Milliarden Euro nahezu verdreifacht. An der Börse versucht die Aktie bei aktuell rund 977 Euro derweil verzweifelt, einen stabilen Boden zu finden. Die Nervosität ist hoch: Fällt der Rüstungstitel unter die kritische Marke von 900 Euro, droht ein charttechnischer Absturz bis auf 832 Euro. Erst ein Sprung über den massiven Widerstand bei 1.155 Euro brächte die ersehnte Wende.