Für Rheinmetall geht es am Mittwoch um einen erneuten Sprung über die Marke von 1.000 Euro. Die Aktie ist um1,92 % geklettert und konnte sich damit um 23,60 Euro nach oben schieben. Kurse von rund 1.020 Euro erscheinen damit für den heutigen Tag durchaus möglich. Aktuell sind es noch 1014,30 Euro. Die Marke von 1.000 Euro ist zwar zunächst überwunden worden, allerdings noch nicht nachhaltig genug, um daraus bereits einen neuen Aufwärtstrend abzuleiten.

Die Erholung verläuft nach und nach

Noch vor einer Woche notierte die Aktie bei 935,20 Euro und hatte damit ein deutlich tieferes Kursniveau erreicht. Seither haben sich die Börsen wieder etwas beruhigt.

Zur Einordnung: Die Notierungen befanden sich im Laufe des Jahres nahezu durchgehend auf dem Weg nach unten. Noch im Januar hatte die Aktie Kurse von über 1.900 Euro erreicht. Seither ging es in mehreren Schüben abwärts.

Ein wesentlicher Hintergrund war der Verlust des erhofften Auftrags über die F126-Fregatten durch die Bundesregierung. Diese Nachricht führte zwar zu einem Kursabschlag von rund 18 %. Allerdings hatte sich der Abwärtstrend bereits zuvor abgezeichnet und setzte sich auch danach fort.

Nun könnte sich langsam eine erste Trendwende andeuten. Dafür sorgen möglicherweise einige Nachrichten, die der Markt derzeit positiv aufnimmt. So erhielt Rheinmetall kürzlich einen Auftrag der Bundeswehr im Volumen von rund 100 Millionen Euro. Diese Meldung wurde freundlich aufgenommen. Allerdings spielten die bisherigen Aufträge in der vergangenen Woche für die Kursentwicklung insgesamt noch keine entscheidende Rolle.

Letztlich wird die Entwicklung der gesamten Rüstungsindustrie darüber entscheiden, wie schnell es für Rheinmetall wieder nach oben gehen kann. Der Branche wird derzeit zugetraut, dass die Auftragslage hervorragend bleibt, gleichzeitig wird jedoch angenommen, dass die Produktionskapazitäten nicht schnell genug ausgebaut werden können, um die hohen Auftragsbestände zügig abzuarbeiten.

Rheinmetall hatte zum Ende des ersten Quartals einen Auftragsbestand von rund 370 Milliarden Euro gemeldet. Dies stellte einen Rekordwert dar. Seither kamen weitere Aufträge hinzu.

Wie es tatsächlich um das Unternehmen bestellt ist, dürfte spätestens am 6. August deutlicher werden. Dann wird Rheinmetall seine Quartalszahlen für das zweite Quartal vorlegen.

Aktuell bleibt die Aktie allerdings noch hinter den Erwartungen vieler Analysten zurück. Diese sehen im Durchschnitt weiterhin Kurse von über 1.690 Euro. Daraus ergibt sich aus heutiger Sicht ein Kurspotenzial von annähernd 70 %.