Rheinmetall Aktie: Strauchelt man?

Rheinmetall schließt Milliardenübernahme im Marinesektor ab, muss jedoch gleichzeitig eine Halbierung des Bundeshaushalts für ein Drohnenprogramm verkraften. Die Aktie verliert an Boden.

Rheinmetall Aktie
Kurz & knapp:
  • Übernahme von Naval Vessels Lürssen abgeschlossen
  • Bundestag halbiert Budget für Drohnenprogramm
  • Aktienkurs fällt trotz Expansionsmeldungen
  • Jahreszahlen für 2025 stehen bevor

Rheinmetall wird zum Komplettanbieter für Verteidigungssysteme – doch der Bundestag kürzt ein wichtiges Drohnenprogramm drastisch. Die Aktie verliert trotz abgeschlossener Milliarden-Übernahme an Boden. Am 11. März folgen die Jahreszahlen.

NVL-Übernahme macht Rheinmetall zum Marineanbieter

Mit Wirkung zum 1. März hat Rheinmetall die Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) abgeschlossen. Der Düsseldorfer Konzern steigt damit in den milliardenschweren Markt für Marinesysteme ein und erweitert sein Portfolio von Land-, Luft- und Weltraumsystemen um die vierte Dimension: See.

Vier norddeutsche Großwerften, darunter Blohm+Voss in Hamburg und die Peene-Werft in Wolgast, gehören nun zu Rheinmetall. Rund 2.100 Mitarbeiter wechselten in die neue Division „Naval Systems“. Der Konzern kann künftig als Generalunternehmer komplette Kriegsschiffe wie Korvetten und Fregatten liefern – bisher steuerte Rheinmetall lediglich Waffensysteme und Elektronik zu.

Parallel sicherte sich Rheinmetall 51 Prozent am kroatischen Robotik-Spezialisten DOK-ING. Das Unternehmen entwickelt schwere unbemannte Bodenfahrzeuge, insbesondere für Minenräumung. Gründer Vjekoslav Majetić bleibt mit 49 Prozent an Bord. Die Transaktion steht noch unter Genehmigungsvorbehalt.

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Drohnen-Budget halbiert

Zeitgleich zur Expansionsstrategie setzte es einen Dämpfer aus Berlin. Der Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte für das Kamikaze-Drohnen-Programm nur 2 Milliarden Euro – weniger als die Hälfte der vom Verteidigungsministerium beantragten 4,4 Milliarden Euro.

Rheinmetall soll im April als dritter Lieferant in das Programm einsteigen. Das ursprünglich erwartete Vertragsvolumen von rund 269 Millionen Euro steht nun unter strengen parlamentarischen Auflagen. Die Planungssicherheit ist gesunken.

Als Gegengewicht sicherte sich die Tochter Rheinmetall Mobile Systeme einen Auftrag aus Dänemark über fünf mobile Feldlazarette im mittleren zweistelligen Millionenbereich – ein Beleg für die Diversifizierung jenseits klassischer Waffensysteme.

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Aktie verliert trotz Übernahme

Die Rheinmetall-Aktie reagierte verhalten auf den NVL-Abschluss. Am 1. März verlor das Papier 3,5 Prozent. Aktuell notiert die Aktie bei 1.575 Euro und damit rund 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro. Eine kurze Rally zu Wochenbeginn, ausgelöst durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten, erwies sich als nicht nachhaltig.

Marktbeobachter sprechen von einer klassischen „Sell the News“-Reaktion. Die Übernahmepläne waren bereits seit September 2025 öffentlich bekannt. BlackRock meldete zuletzt einen Stimmrechtsanteil von 7,33 Prozent.

Bilanztermin als Richtungsentscheid

Für 2026 peilt Rheinmetall Umsätze von 15 bis 16 Milliarden Euro an, ohne Automobilgeschäft. NVL soll 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro beisteuern. Am 11. März präsentiert der Konzern die vollständigen Zahlen für 2025. Entscheidend wird sein, wie konkret das Management die NVL-Synergien beziffert und wie es die Auswirkungen der Budgetkürzung beim Drohnenprogramm auffangen will.

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Über Dieter Jaworski 1700 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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