Rheinmetall wird zum Komplettanbieter für Verteidigungssysteme – doch der Bundestag kürzt ein wichtiges Drohnenprogramm drastisch. Die Aktie verliert trotz abgeschlossener Milliarden-Übernahme an Boden. Am 11. März folgen die Jahreszahlen.
NVL-Übernahme macht Rheinmetall zum Marineanbieter
Mit Wirkung zum 1. März hat Rheinmetall die Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) abgeschlossen. Der Düsseldorfer Konzern steigt damit in den milliardenschweren Markt für Marinesysteme ein und erweitert sein Portfolio von Land-, Luft- und Weltraumsystemen um die vierte Dimension: See.
Vier norddeutsche Großwerften, darunter Blohm+Voss in Hamburg und die Peene-Werft in Wolgast, gehören nun zu Rheinmetall. Rund 2.100 Mitarbeiter wechselten in die neue Division „Naval Systems“. Der Konzern kann künftig als Generalunternehmer komplette Kriegsschiffe wie Korvetten und Fregatten liefern – bisher steuerte Rheinmetall lediglich Waffensysteme und Elektronik zu.
Parallel sicherte sich Rheinmetall 51 Prozent am kroatischen Robotik-Spezialisten DOK-ING. Das Unternehmen entwickelt schwere unbemannte Bodenfahrzeuge, insbesondere für Minenräumung. Gründer Vjekoslav Majetić bleibt mit 49 Prozent an Bord. Die Transaktion steht noch unter Genehmigungsvorbehalt.
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Drohnen-Budget halbiert
Zeitgleich zur Expansionsstrategie setzte es einen Dämpfer aus Berlin. Der Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte für das Kamikaze-Drohnen-Programm nur 2 Milliarden Euro – weniger als die Hälfte der vom Verteidigungsministerium beantragten 4,4 Milliarden Euro.
Rheinmetall soll im April als dritter Lieferant in das Programm einsteigen. Das ursprünglich erwartete Vertragsvolumen von rund 269 Millionen Euro steht nun unter strengen parlamentarischen Auflagen. Die Planungssicherheit ist gesunken.
Als Gegengewicht sicherte sich die Tochter Rheinmetall Mobile Systeme einen Auftrag aus Dänemark über fünf mobile Feldlazarette im mittleren zweistelligen Millionenbereich – ein Beleg für die Diversifizierung jenseits klassischer Waffensysteme.
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Aktie verliert trotz Übernahme
Die Rheinmetall-Aktie reagierte verhalten auf den NVL-Abschluss. Am 1. März verlor das Papier 3,5 Prozent. Aktuell notiert die Aktie bei 1.575 Euro und damit rund 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro. Eine kurze Rally zu Wochenbeginn, ausgelöst durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten, erwies sich als nicht nachhaltig.
Marktbeobachter sprechen von einer klassischen „Sell the News“-Reaktion. Die Übernahmepläne waren bereits seit September 2025 öffentlich bekannt. BlackRock meldete zuletzt einen Stimmrechtsanteil von 7,33 Prozent.
Bilanztermin als Richtungsentscheid
Für 2026 peilt Rheinmetall Umsätze von 15 bis 16 Milliarden Euro an, ohne Automobilgeschäft. NVL soll 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro beisteuern. Am 11. März präsentiert der Konzern die vollständigen Zahlen für 2025. Entscheidend wird sein, wie konkret das Management die NVL-Synergien beziffert und wie es die Auswirkungen der Budgetkürzung beim Drohnenprogramm auffangen will.
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