Für Rheinmetall dürfte die neue Woche richtungsweisend werden, wenn der Aktie ein Befreiungsschlag gelingen soll. Am Freitag verlor das Papier 2,11 % und schloss bei 984 Euro. Damit befindet sich die Aktie aus charttechnischer Sicht weiterhin in einem klaren Abwärtstrend.

Rheinmetall kann es dennoch schaffen, heißt es!

Fundamental fällt die Einschätzung jedoch deutlich positiver aus. Analysten halten Rheinmetall nach wie vor für erheblich unterbewertet. Im Durchschnitt werden Kursziele von rund 1.690 Euro genannt, auch wenn zuletzt einige Analysten ihre Erwartungen etwas reduziert haben.

Die Kursentwicklung spiegelt zahlreiche positive Unternehmensnachrichten bislang kaum wider. So reagierte die Aktie praktisch nicht auf den kürzlich bekannt gegebenen Auftrag aus Großbritannien mit einem Volumen von rund 1 Milliarde Euro. Auch die Gespräche mit Space Norway über eine engere Zusammenarbeit im Bereich der maritimen Luftraumbeobachtung fanden an der Börse kaum Beachtung.

Ebenso wenig wurde das gemeinsame Projekt mit Lockheed Martin honoriert. Rheinmetall möchte gemeinsam mit dem US-Konzern künftig ATACMS-Raketen in Deutschland produzieren. Auch diese Perspektive sorgte bislang nicht für nachhaltige Kursimpulse.

Stattdessen scheinen die Märkte weiterhin vor allem auf die jüngsten Enttäuschungen zu blicken. Insbesondere die Entscheidung der Bundesregierung, das geplante F126-Fregattenprogramm zunächst nicht weiterzuverfolgen, belastete die Stimmung gegenüber dem gesamten Sektor.

Dabei wird nach Einschätzung vieler Beobachter übersehen, dass Rheinmetall seine Umsatzprognosen für das laufende Jahr allenfalls geringfügig nach unten anpassen dürfte. Während zu Jahresbeginn Umsätze von rund 14,5 Milliarden Euro erwartet worden waren, liegt der Marktkonsens inzwischen bei etwa 14 Milliarden Euro. Damit bleibt das Unternehmen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Am 6. August wird Rheinmetall die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die Düsseldorfer ihren Wachstumskurs wie geplant fortsetzen können und die Erwartungen für das Gesamtjahr bestätigen.

Die Börse bleibt derzeit dennoch vorsichtig. Aus charttechnischer Sicht wäre es wichtig, möglichst rasch die Marke von 1.000 Euro zurückzuerobern. Erst dann dürfte sich das technische Bild wieder deutlich aufhellen.

Während Chartanalysten den kurzfristigen Abwärtstrend in den Mittelpunkt stellen, kommen fundamental orientierte Analysten weiterhin zu einer deutlich positiveren Bewertung. Nach ihrer Einschätzung ist Rheinmetall erheblich mehr wert, als es der aktuelle Börsenkurs widerspiegelt.