Die Schweizer Großbank UBS hat die Bewertung der Rheinmetall-Aktie spürbar nach unten angepasst. Zwar bestätigte das Institut seine Kaufempfehlung für den Düsseldorfer Rüstungskonzern, reduzierte den fairen Wert der Papiere jedoch von 1.600 auf 1.360 Euro. Analyst Sven Weier begründete die Anpassung mit Blick auf den anstehenden Kapitalmarkttag Ende November, bei dem das Management eine vorsichtigere Gangart einlegen sollte.
Im heutigen Handel reagierte der DAX-Titel verhalten. Die Aktie notiert bei 1.049,00 Euro und liegt damit 0,8 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursrückgang bei Rheinmetall bereits auf 32 Prozent, womit der Wert zu den schwächeren Titeln im deutschen Leitindex zählt.
Analyst mahnt zu konservativen Zielmarken
Für die Investorenveranstaltung am 26. und 27. November empfahl UBS-Analyst Weier der Unternehmensführung, bewusst zurückhaltende Prognosen zu veröffentlichen. Konservativ gesteckte Vorgaben könnten verhindern, dass es an den Finanzmärkten zu weiteren operativen Enttäuschungen kommt.
Gleichzeitig betonte Weier, dass für eine Neubewertung der Aktie eine klare und offensive Positionierung zur künftigen strategischen Rolle im Rüstungsgeschäft entscheidend sei.
Die Korrektur der Markterwartungen vollzieht sich vor dem Hintergrund vorangegangener Dämpfer. Bereits im August musste Rheinmetall seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 um 300 Millionen Euro kappen, nachdem das Rüstungsprojekt für die F126-Fregatten gestrichen worden war.
Zudem drückten politische Diskussionen über mögliche Aussetzungen von Russland-Sanktionen durch die USA zuletzt auf die Stimmung in der gesamten europäischen Verteidigungsbranche.
Auftragsbestand bietet langfristige Basis
Trotz der jüngsten Kursverluste bleibt das operative Fundament des Konzerns durch gut gefüllte Orderbücher abgesichert. Zur Jahresmitte belief sich der Auftragsbestand des Unternehmens auf mehr als 80 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von rund 44 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach.
Rund 70 Prozent dieser Volumina entfallen auf feste Bestellungen, die nach Unternehmensangaben zu einem Großteil binnen zweieinhalb Jahren umsatzwirksam werden sollen.
Parallel dazu treibt das Unternehmen die Expansion seiner maritimen Aktivitäten voran. Gemeinsam mit der Reederei MSC sicherte sich Rheinmetall den Zuschlag für die rumänische Mangalia-Werft zu einem Übernahmepreis von 138 Millionen Euro.
Der Standort südlich von Constanța soll künftig als gemischtes Zentrum für zivile und militärische Schiffbauprojekte dienen, darunter der Bau von vier Marineschiffen für die rumänischen Streitkräfte.
Allerdings steht die Transaktion noch vor rechtlichen Hürden, da der Konkurrent Damen Holding das Auktionsergebnis angefochten hat und für den 4. November eine gerichtliche Verhandlung anberaumt ist.
Weichenstellung bei den Quartalszahlen
Für Marktteilnehmer rückt nun zunächst der 5. November in den Mittelpunkt, an dem Rheinmetall seine Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorlegt. Analysten kalkulieren für dieses Quartal im Schnitt mit einem Umsatz von 3,23 Milliarden Euro sowie einem Gewinn je Aktie von 7,03 Euro.
Die anstehenden Geschäftszahlen dürften Aufschluss darüber geben, wie sich die operativen Margen und der zuletzt durch Vorratsaufbauten belastete Cashflow entwickelt haben. Erst die Kombination aus den Quartalsdaten und den strategischen Leitplanken des bevorstehenden Kapitalmarkttags wird zeigen, ob die Aktie auf dem ermäßigten Bewertungsniveau einen stabilen Boden finden kann.
Stand heute, 20. Oktober: Rheinmetall – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Rheinmetall investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 20. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

