Rheinmetall hat seine Umsatzprognose für 2026 zurückgenommen. Der Konzern rechnet nun mit 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro statt zuvor 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro. Auslöser ist der Stopp des F126-Fregattenprogramms durch die Bundesregierung, den das Verteidigungsministerium am 24. Juni bekanntgab.

Der Rückgang bei der Prognose wirkt auf den ersten Blick moderat, trifft aber ein Unternehmen, das zuletzt von der Bundeswehr als verlässlichem Großkunden profitiert hat. Umso deutlicher fällt auf, dass Rheinmetall parallel neue Aufträge aus genau diesem Kundenkreis meldet.

Neue Millionenaufträge trotz Prognosesenkung

Am Montag vergangener Woche erweiterte die Bundeswehr einen bestehenden Auftrag für mobile Rettungs- und Sanitätsstationen um mehr als 500 Millionen Euro. Zusätzliche 149 Systeme sollen ab dem ersten Quartal 2027 ausgeliefert werden. Es handelt sich um den bislang größten Auftrag für die Sparte Rheinmetall Project Solutions.

Am selben Tag orderten zudem die dänischen Streitkräfte das Multi-Munitions-Softkill-System MASS in Millionenhöhe – Lieferungen sind ab dem vierten Quartal 2027 geplant, dieser Auftrag wurde bereits ausführlich eingeordnet.

Diese Aufträge zeigen: Der Ausfall des Fregattenprogramms trifft einen einzelnen Geschäftsbereich, während andere Sparten – insbesondere im Landsysteme- und Sanitätsgeschäft – weiter zulegen.

Vor gut zwei Wochen hatte Rheinmetall zudem einen Konzernumsatz von 5,2 Milliarden Euro für das erste Halbjahr 2026 gemeldet, ein Plus von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr, verbunden mit dem Hinweis auf Rekordprofitabilität. Die Aktie hat sich seither kaum bewegt.

Analysten uneins über weiteres Kurspotenzial

Die Reaktionen der Analysten fielen unterschiedlich aus. RBC nahm die Aktie am 11. August mit der Einstufung „Outperform“ und einem Kursziel von 1.600 Euro neu in die Bewertung auf – der optimistischste Wert unter den genannten Häusern.

Jefferies hob sein Kursziel drei Tage später von 1.300 auf 1.350 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. JPMorgan blieb dagegen zurückhaltender und bestätigte am Montag vergangener Woche die neutrale Einstufung bei einem Kursziel von ebenfalls 1.350 Euro.

Die Spanne der Kursziele zwischen 1.350 und 1.600 Euro liegt damit über dem aktuellen Kursniveau. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.156,40 Euro, nach einem Rückgang von 4,0 Prozent binnen sieben Handelstagen. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 14 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat das Papier jedoch 26 Prozent verloren.

Fazit für Anleger

Die gesenkte Umsatzprognose markiert einen Dämpfer, doch sie betrifft mit dem Fregattenprogramm ein einzelnes Segment. Die neuen Aufträge aus dem Sanitäts- und Munitionsbereich sowie die weiterhin hohen Kursziele mehrerer Analysehäuser deuten darauf hin, dass der breitere Wachstumstrend intakt bleibt.

Der Kurs notiert derzeit rund 5,6 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, während der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt mit 19 Prozent im Minus deutlich größer ausfällt – ein Hinweis darauf, dass die Erholung der vergangenen Wochen die Verluste des laufenden Jahres bislang nur teilweise kompensiert hat.