-1,2 % standen am Donnerstag auf den Börsentafeln für den Dax-Giganten Rheinmetall. Die Aktie kam auf 1.139,60 Euro. Sie befindet sich trotz der jüngsten Gewinne wieder in einer schwierigeren Situation. Erst am Mittwoch war es um rund 6,1 % aufwärts gegangen, insgesamt gewann die Aktie an vier Tagen hintereinander und ließ die 1.000-Euro-Marke weit hinter sich. Nun sind die Zahlen, die Rheinmetall am Mittwoch vorab für das Quartal vom Stapel ließ, herausragend gewesen. Immerhin fast 20 % mehr Umsatz als von Analysten erwartet sind ein eigenes Dokument des Erfolges Generell investiert Rheinmetall in die richtige Richtung.
Von der Deutschen Marine erhielten die Düsseldorfer nun einen Auftrag zur Modernisierung der F123-Fregatte Bayer (über mehrere 100 Mio. Euro). Immerhin. Die Düsseldorfer produzieren auch ganz normal mehr Munition.
Mit einem Investitionsprogramm von rund 500 Millionen Euro treibt Rheinmetall den Ausbau seiner Munitionsproduktion in Deutschland weiter voran. Im Mittelpunkt steht das Werk in Aschau am Inn, das zur größten und modernsten Pulverfabrik Europas ausgebaut werden soll. Der Konzern reagiert damit auf einen der größten Engpässe der europäischen Verteidigungsindustrie: die Versorgung mit Schießpulver und Treibmitteln, ohne die selbst gefüllte Munitionslager nicht einsatzfähig wären.
Ganz einfach: Munition (neben den zahlreichen anderen Projekten)
Die Produktionskapazitäten sollen in den kommenden Jahren deutlich steigen. Künftig will Rheinmetall in Aschau jährlich bis zu 4.200 Tonnen Treibladungspulver herstellen und damit die bisherige Kapazität mehr als verdoppeln. Gleichzeitig wächst die Fertigung von Treibladungsmodulen von bislang 300.000 auf rund eine Million Einheiten pro Jahr. Auch personell wird kräftig aufgestockt: Die Zahl der Beschäftigten soll von derzeit rund 850 auf mehr als 1.400 steigen. Für Vorstandschef Armin Papperger ist der Standort damit ein zentraler Baustein für die Verteidigungsfähigkeit der NATO.
Fast unbemerkt sicherte sich Rheinmetall kürzlich auch bei den Rohstoffen ab. Besonders bei der für die Pulverproduktion wichtigen Nitrocellulose setzt der Konzern auf eine mehrgleisige Strategie. Reserven für mehrere Jahre, alternative Rohstoffquellen auf Basis von Holz-Zellulose sowie zusätzliche Produktionskapazitäten in der Schweiz und Spanien sollen die Versorgung langfristig absichern. Damit möchte Rheinmetall verhindern, dass Lieferengpässe den geplanten Ausbau der europäischen Munitionsproduktion ausbremsen.
Die hohe Nachfrage spiegelt sich inzwischen auch in den Auftragsbüchern wider. Bis zum Jahresende könnte der Auftragsbestand erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro erreichen, heißt es in der Branche. Die jüngsten Zahlen sagen: Gegen Ende des 2. Quartals waren es immerhin rund 80 Mrd. Euro. Ein neuer Rekord!
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