Weiter aufwärts geht es für Rheinmetall nur theoretisch. Am Donnerstag wurden Gewinne mitgenommen. Die Aktie ließ gleich um -1,29 % nach. Und doch: Mit nun 1138,90 Euro bleibt der Titel letztlich noch auf ordentlicher Spur. Denn damit notiert das Papier inzwischen wieder deutlich über den kritischen Marken der vergangenen Wochen. Die Zone um 1.100 Euro wurde nachhaltig zurückerobert.

Innerhalb der vergangenen fünf Handelstage legte die Aktie damit insgesamt 10,91 % zu. Auch auf Sicht von vier Wochen ergibt sich inzwischen wieder ein (kleines) Plus von ca. 1,5 %.

Noch kein Durchbruch

Formal befindet sich Rheinmetall zwar noch nicht in einem langfristigen Aufwärtstrend. Zur 100-Tage-Linie fehlen derzeit noch 9,1 %, zur 200-Tage-Linie rund 21,9 %. Dennoch hat sich das charttechnische Bild zuletzt deutlich verbessert.

Der Hintergrund der jüngsten Kursbewegung ist klar fundamental geprägt. Rheinmetall hatte in den vergangenen Wochen zwar bereits mehrfach neue Aufträge und Kooperationen gemeldet. Nun liegen jedoch belastbare Geschäftszahlen vor. Das Unternehmen veröffentlichte vorläufige Ergebnisse für das zweite Quartal, die am 6. August offiziell bestätigt werden sollen.

Sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis konnte Rheinmetall die Erwartungen des Marktes deutlich übertreffen. Der Umsatz stieg auf 3,289 Milliarden Euro und lag damit klar über den Konsensschätzungen der Analysten. Auch das operative Ergebnis überraschte positiv: Mit 562 Millionen Euro wurde der Marktkonsens von rund 475 Millionen Euro deutlich übertroffen.

Zudem erhöhte sich der Auftragsbestand erneut um rund 7 Milliarden Euro. Nach 73 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals beläuft er sich nun auf mehr als 80 Milliarden Euro. Damit verfügt das Unternehmen über eine außergewöhnlich hohe Visibilität für die kommenden Jahre.

Die negative Stimmung, die nach dem verlorenen F126-Fregattenauftrag der Bundesregierung entstanden war, dürfte sich damit zumindest vorerst deutlich abgeschwächt haben. Rheinmetall ist zwar aus charttechnischer Sicht noch nicht vollständig im grünen Bereich. Fundamental sehen sich jedoch viele Marktbeobachter bestätigt, die dem Unternehmen seit Langem erhebliches Potenzial bescheinigen.

Dazu zählen auch die Analysten. Das durchschnittliche Kursziel liegt weiterhin bei knapp 1.700 Euro. Sie verweisen unter anderem darauf, dass Rheinmetall auf dem besten Weg ist, die Erwartungen für das Gesamtjahr zu erfüllen. Für 2026 wird derzeit ein Jahresumsatz von deutlich über 14 Milliarden Euro erwartet. Wirtschaftlich betrachtet bleibt das Unternehmen damit klar auf Kurs.