Aktuell sieht es für die und um die Rheinmetall denkbar schlecht aus. Gestern ging es zweitweise auf weniger als 1.140 Euro abwärts. Am Ende hatte sich das Geschehen etwas beruhigt. Die Aktie verlor rund -2 % und kam auf Notierungen von in etwa 1.160 Euro. Je nach Börsenplatz ist das Geschehen nun etwas stabiler. Nur: Der Abwärtstrend ist unfassbar stark. An sich sogar unnötig stark. Wirtschaftlich sind Pflöcke gesetzt.

Rheinmetall: Das müsste anders aussehen

Die Kurse ergaben sich insgesamt nicht nur aus einer einfachen Abwärtsbewegung, sondern nach einer Handelswoche, in der die Aktie zweistellige Verluste verzeichnete. Es sieht aus charttechnischer und aus technischer Lage ausgerechnet jetzt, da es wirtschaftlich immer noch läuft, schlechter aus.

Die Ausgangslage wird durch mehrere Faktoren gleichzeitig bestimmt. Im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz mit 1,94 Milliarden Euro unter den Erwartungen, während die operative Marge zwar im Rahmen blieb, aber den Rückgang nicht kompensieren konnte. Gleichzeitig führte die Herabstufung durch JPMorgan zu zusätzlichem Verkaufsdruck. Die Amerikaner holten das Kursziel auf 1.500 Euro nach unten. Selbst das aber ist bei weitem nicht mehr erreicht.

Dem gegenüber steht allerdings eine kaum beachtete hohe operative Auslastung. Die Auftragsdeckung erreicht rund 97 % des geplanten Jahresumsatzes von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro, was eine weitgehende Absicherung der laufenden Produktion bedeutet. Diese Kennzahl bildet eine zentrale Grundlage für die Planung im weiteren Jahresverlauf.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erweiterung des maritimen Geschäfts. Rheinmetall verfolgt das Ziel, den Umsatz in diesem Bereich bis 2030 auf 5 Milliarden Euro zu steigern und prüft in diesem Zusammenhang die Übernahme von German Naval Yards Kiel. Parallel dazu wurde die Division Naval Systems Anfang März 2026 vollständig integriert.

Diese Einheit erzeugte bereits im ersten Monat 77 Millionen Euro Umsatz und bündelt mehrere Werftstandorte, darunter Hamburg und Wolgast. Gleichzeitig wurde die Projektführung beim Fregattenprogramm F126 übernommen, das ein Volumen von rund 12 Milliarden Euro umfasst und mehrere Jahre Laufzeit hat.

Das ist sicher einer der Gründe, warum immer noch über 2.000 Euro das durchschnittliche Kursziel der Analysten und damit Experten darstellen. Die sind mit dem aktuellen Niveau in keiner Weise einverstanden.