Für die Rheinmetall ging es am Freitag ernüchternderweise nach unten. Die Notierungen sind am Ende um 3,11 % gefallen und damit auf weniger als 1.200 Euro gesunken. 1.197,80 Euro stehen derzeit auf den Kurstafeln. Das ist sicherlich zu wenig, um hier Zuversicht zu erzeugen.

Es sei daran erinnert, dass die Aktie noch am Donnerstag auf 1.241,50 Euro nach oben gelaufen war. Die Notierungen sind dann am Freitag wieder massiv abgestraft worden. Es ist nicht ersichtlich, welche Unternehmensnachrichten dazu geführt haben sollten. Es geht vielmehr um das große Bild.

Welche Antriebskräfte es gegenwärtig gibt!

Das große Bild war vor allem in den vergangenen Wochen für die Rüstungsindustrie insgesamt schwächer geworden. Davon ist auch die Rheinmetall massiv betroffen worden. Es geht offenbar mehr um die Frage, ob die großen Wachstumspläne der Rüstungsindustrie und auch namentlich der Rheinmetall wirklich in den kommenden Jahren umgesetzt werden.

Dies erfordert den Aufbau neuer Kapazitäten, was wiederum tatsächlich auch ein Problem darstellen könnte, etwa dergestalt, dass zum Beispiel die Finanzierung teurer wird als gedacht, weil die Zinsen steigen. Zudem wird vielleicht daran gezweifelt, dass die Kapazitätsausbauten überhaupt so stattfinden, wie sie geplant sind.

Dazu kommt, dass die Rüstungsindustrie immer noch als sehr ambitioniert bewertet gilt. Am Beispiel der Rheinmetall lässt sich zeigen, dass das KGV mit 33,6 noch immer über dem historisch längerfristigen Mittel liegt.

Allerdings stehen dem Ganzen auch weiterhin Einschätzungen entgegen, die von Analystenseite getroffen werden. Diese gehen nach wie vor davon aus, dass die Aktie im Mittel auf 1.889 Euro taxiert wird. Es gibt einzelne Stimmen, die auch in den letzten Tagen noch einmal deutlich Zuversicht verbreitet haben. Unter anderem hatte Bernstein die Aktie vor einigen Tagen in seiner Favoritenliste benannt.

Morgan Stanley hat den Sektor zwar insgesamt herabgestuft, allerdings auf ein Niveau, das immer noch höher liegt als das, was aktuell am Markt eingepreist wird. Vor circa zwei Wochen hatte die Deutsche Bank die Rheinmetall auf 2.100 Euro taxiert. Barclays wiederum hatte kurz zuvor ein Kursziel von 2.350 Euro ausgegeben.

Somit hat sich an den Einschätzungen der wirtschaftlich orientierten Expertenanalysten gar nichts geändert. Die Stimmung bleibt allerdings schwach.

In der neuen Woche könnte es jedoch zu neuen Entwicklungen kommen. Denn ein möglicher Durchbruch in den Iran-USA-Verhandlungen könnte hier die Weichen neu stellen.