Weiterhin katastrophal ist die Verfassung der Rheinmetall. 1.146 Euro wurden gestern am Ende des Handels auf den Kurstafeln angezeigt. Die Rheinmetall selbst hat im Laufe der vergangenen Tage den Weg nach unten weiter zementiert.

Noch am vergangenen Donnerstag wurde das Hoch der vergangenen fünf Tage erreicht. 1.241,40 Euro standen auf den Börsentafeln. Selbst dies ist noch viel zu wenig, meinen die technischen Analysten. Sie erinnern daran, dass das Papier zum Jahresanfang im Januar schon etwas mehr als 1.900 Euro erreicht hatte. Im Herbst vergangenen Jahres war die Rheinmetall einmal kurz über 2.000 Euro geklettert und hatte 2.008,00 Euro verbucht.

Rheinmetall zittert an den Börsen, nicht aber in der Realwirtschaft

Die Aktie ist davon extrem weit entfernt, ohne dass das Unternehmen selbst dazu wesentlich beigetragen hätte. Die Stimmung in der gesamten Branche ist schlecht, zumindest was die Aktienkurse betrifft.

Rheinmetall selbst hat am Wochenende bekannt gegeben, dass man nun Sorge habe, Frankreich könnte sich aus einem gemeinsamen Panzerprojekt zurückziehen. Dies wiederum wurde an den Börsen erwartungsgemäß zumindest nicht mit Beifall begrüßt. Insofern sind die Kursverluste der zurückliegenden zwei Tage insgesamt zumindest nachvollziehbar.

Das Papier dürfte allerdings weitere wirtschaftlich orientierte Impulse erhalten. So hat der Verteidigungsminister bekannt gegeben, dass die Bundeswehr nun Milliarden in die Drohnenabwehr investieren werde. Dabei hat Rheinmetall gerade erst bekannt gegeben, dass das Unternehmen mit bis zu 18 Kamikaze-Drohnen auf einmal, wie es hieß, Drohnenschwärme in die Luft steigen lassen möchte.

Das zeigt auch, dass sich Rheinmetall selbst im Bereich der Drohnenabwehr ganz neu aufstellt und dort stärker positioniert. Zuletzt war unter anderem auch bekannt geworden, dass Rheinmetall mit der ORB ein Joint Venture gegründet hat, um die militärische Satellitenkommunikation voranzutreiben. Auch dies ist ein lukratives Geschäftsfeld.

Die Bundesregierung hatte vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass sie 35 Milliarden Euro in diesem Bereich investieren wird. Das haben die Börsen immer noch nicht hinreichend gewürdigt. Rheinmetall ist hier bestens aufgestellt. Auch die Umsatzschwäche aus dem ersten Quartal ist den Erklärungen von Rheinmetall vor wenigen Tagen zufolge bereits wieder ausgeglichen. Das Unternehmen hat die Umsätze im zweiten Quartal bereits nachholen können.

Insofern hat Rheinmetall selbst vieles dafür getan, um den anspruchsvollen Ambitionen der Analysten gerecht zu werden. Diese gehen davon aus, dass der Kurs auf 1.889 Euro steigen kann, so die mittlere Kursprognose. Einzelne Analysten sehen den Kurs sogar deutlich über 2.000 Euro.

Die Stimmung an den Aktienmärkten ist allerdings, ausweislich des Kursverlaufs, schlecht. Die Börse, so meinen einige Beobachter, irrt sich bei den Rüstungsaktien angesichts der steigenden Umsätze und der wachsenden Gewinnaussichten sicherlich.