Rheinmetall hat zur Wochenmitte einen Teil der kräftigen Erholung der vergangenen Handelstage wieder abgegeben. Die Aktie schloss bei 1.111,80 Euro und verlor 1,61 %. Damit endete zunächst eine Aufwärtsbewegung, nachdem das Papier in der Vorwoche noch um 12,23 % zugelegt hatte. Die Kursentwicklung zeigt damit, wie stark kurzfristige Erholungen derzeit auf eine insgesamt noch schwächere langfristige Entwicklung treffen, denn die Aktie notiert noch immer mit rund 29 % Abschlag in den zurückliegenden vier Wochen.

Rheinmetall bleibt noch immer im Abwärtstrend

Im Mittelpunkt steht ganz aktuell die geplante Zusammenarbeit mit Lockheed Martin. Beide Unternehmen wollen künftig ATACMS Kurzstreckenraketen im niedersächsischen Unterlüß produzieren. Nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung am Rande des NATO Gipfels soll dort die weltweit erste Produktionsstätte dieses Raketentyps außerhalb der Vereinigten Staaten entstehen. Das Gemeinschaftsunternehmen soll Produktion und Vertrieb übernehmen und die europäische Eigenversorgung bei moderner Rüstungstechnik stärken.

Für Rheinmetall könnte das Projekt strategisch weit über den eigentlichen Produktionsumfang hinausreichen. In Unterlüß entstehen bereits Raketenmotoren, außerdem verfügt der Konzern dort über bestehende Kapazitäten für Munition und militärische Fahrzeuge. Dadurch lassen sich neue Fertigungslinien vergleichsweise schnell integrieren. Gleichzeitig treiben zahlreiche NATO Staaten ihre Verteidigungsinvestitionen voran, wodurch zusätzliche Aufträge wahrscheinlicher werden.

Die Bewertung der Aktie bleibt trotz des Rückschlags zumindest spannend. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 52,6 Milliarden Euro. Das erwartete Kurs Gewinn Verhältnis beträgt für 2026 rund 32 und soll nach Analystenschätzungen 2027 auf 21,7 sinken. Die Aktie wäre historisch betrachtet günstig. Nur: Der Markt möchte trotz der jüngsten Erholung wohl nicht mehr bezahlen. Ganz anders hingegen gehen die Experten auch heute an die Rheinmetall heran:

Unter den Analysten bleibt das Bild überwiegend positiv. Der Konsens zum durchschnittlichen Kursziel liegt bei 1.741,35 Euro und damit rund 54 % über dem gestrigen Referenzkurs von 1.130 Euro. Gleichzeitig gingen die Einschätzungen zuletzt auseinander. Die Deutsche Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.800 Euro, während JPMorgan das Kursziel auf 1.350 Euro senkte und lediglich Neutral votiert.

Die meisten Analysten aber sind ausgesprochen zuversichtlich.