Rheinmetall stand steht zum Wochenschluss unter Druck. Der Titel notiert jetzt (am Wochenende) bei zuletzt 1.197,80 Euro und verliert 3,11 % gegenüber dem Donnerstag-Endergebnis. Damit gehört die Aktie zu den schwächeren Werten ihres Sektors. Auf Sicht von fünf Handelstagen ergibt sich zwar noch ein Plus von 3,69 %, seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang jedoch auf 20,48 %. Es sieht nicht so aus, als könne die Rheinmetall den laufenden Abwärtstrend also aus eigener Kraft und/oder schnell beenden.
Rheinmetall-Chef warnt
Auslöser der jüngsten Diskussionen ist das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS. Rheinmetall-Chef Armin Papperger warnte zuletzt öffentlich vor einem möglichen Scheitern des Vorhabens. Hintergrund sind Hinweise auf eine mögliche deutliche Kürzung des französischen Budgets. Nach Angaben Pappergers liegt bislang noch keine finale Budgetentscheidung vor. Sollte das Finanzvolumen tatsächlich reduziert werden, drohen weitere Verzögerungen und Einschränkungen beim Leistungsumfang des Projekts.
Die politische Dimension reicht weit über einen einzelnen Auftrag hinaus. MGCS gilt als eines der wichtigsten europäischen Rüstungsprojekte der kommenden Jahrzehnte. Ein Scheitern würde die industrielle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich zusätzlich belasten. Für Rheinmetall wäre dies besonders relevant, da das Unternehmen zu den zentralen Industriepartnern zählt.
Die Unsicherheit rund um MGCS trifft auf eine ohnehin anspruchsvolle Kursentwicklung. Die Aktie liegt inzwischen rund 40 % unter ihrem Rekordhoch von knapp 2.000 Euro. Gleichzeitig notiert der Kurs unter wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der Chart zeigt einen anhaltenden Abwärtstrend seit dem Jahreshoch.
Bemerkenswert ist dabei unverändert die unterschiedliche Wahrnehmung zwischen Börsenentwicklung und Analysteneinschätzungen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.889,38 Euro. Gegenüber dem letzten Schlusskurs ergibt sich daraus ein rechnerisches Potenzial von 56,72 %. Dafür sprechen nunmehr unverändert die laufenden jeweils neuen Projekte oder Aufträge wie die Bundeswehraufträge über rund 2.000 Militär-LKW, aber auch die wachsenden Umsätze. Analysten sind also hier sehr zuversichtlich.
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