Zwei Übernahmen in einer Woche, aber verhaltene Prognosen und ein parlamentarischer Budgetschnitt beim Drohnen-Programm setzen den Kurs unter Druck. Am 11. März zeigt sich, ob die Expansionsstrategie des Düsseldorfer Rüstungskonzerns aufgeht.
Naval Vessels Lürssen macht Rheinmetall zum Kriegsschiffbauer
Mit der Integration von Naval Vessels Lürssen zum 1. März vollzieht Rheinmetall einen strategischen Wandel. Die Übernahme umfasst vier Werften – darunter Blohm+Voss in Hamburg und die Peene-Werft in Wolgast – sowie rund 2.100 Mitarbeiter. Sie werden in die neu geschaffene Sparte „Naval Systems“ überführt.
Das Unternehmen positioniert sich damit als Generalunternehmer für komplette Kriegsschiffe wie Korvetten und Fregatten. Bislang lieferte Rheinmetall primär elektronische Systeme und Bewaffnung zu. Für 2026 soll NVL zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Euro zum Konzernumsatz beisteuern.
Mehrheitsbeteiligung an kroatischem Drohnenspezialisten
Parallel sicherte sich Rheinmetall in Zagreb 51 Prozent am unbemannten Systemanbieter DOK-ING. Gründer Vjekoslav Majetić bleibt mit 49 Prozent an Bord. Das kroatische Unternehmen entwickelt Roboterplattformen für Minenräumung und CBRN-Abwehr – seit 1991 wurden rund 500 Systeme in über 40 Länder geliefert. Aktuell sind DOK-ING-Plattformen in der Ukraine im Einsatz.
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Gemeinsam planen beide Partner die Entwicklung eines unbemannten Kampfunterstützungssystems namens „Wingman“, das auf der modularen Komodo-Plattform basiert. Diese schwere Hybrid-Einheit verfügt über eine Nutzlast von mehr als 8,5 Tonnen. Die Transaktion steht noch unter Regulierungsvorbehalt.
Bundestag halbiert Drohnen-Budget
Der Haushaltsausschuss bewilligte für ein geplantes Kamikaze-Drohnen-Programm lediglich 2 Milliarden Euro – statt der ursprünglich beantragten 4,4 Milliarden Euro. Rheinmetall soll im April als dritter Lieferant einsteigen, das erwartete Vertragsvolumen von rund 269 Millionen Euro unterliegt nun jedoch strengen parlamentarischen Auflagen. Die Planungssicherheit hat sich deutlich verringert.
Umsatzziel bleibt hinter Erwartungen zurück
Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Konzern Erlöse zwischen 15 und 16 Milliarden Euro an. Bereinigt um den NVL-Beitrag ergibt sich ein Kernumsatz von rund 13,6 Milliarden Euro – spürbar unter den Markterwartungen von teilweise über 14 Milliarden Euro. Die operative EBIT-Marge soll zwischen 18 und 20 Prozent liegen.
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Für 2025 bestätigt das Management ein Umsatzwachstum von 30 bis 35 Prozent sowie eine operative Marge von 18,5 bis 19 Prozent. Die Cash Conversion wird deutlich über 40 Prozent erwartet.
Kurs gibt nach – BlackRock bleibt engagiert
Die Aktie reagierte mit einem Rückgang von 3,5 Prozent auf 1.587,50 Euro. Der Titel notiert damit knapp 18 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro und unter dem 50-Tage-Durchschnitt von rund 1.745 Euro. Investmentgigant BlackRock hält laut aktueller Meldung 7,33 Prozent der Stimmrechte.
Operativ zeigt sich das Exportgeschäft robust: Die Tochtergesellschaft Rheinmetall Mobile Systeme sicherte sich einen Auftrag aus Dänemark für fünf mobile Feldlazarette im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Am Dienstag legt Rheinmetall die vollständigen Jahreszahlen vor. Entscheidend wird sein, wie konkret das Management die Synergien der NVL-Integration beziffert und wie es die Auswirkungen der gekürzten Drohnen-Budgets kompensieren will.
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