Rieter stellt die Weichen für eine modernisierte Unternehmensführung. Gestern gab der Spezialist für Spinnereivorbereitung bekannt, seine Statuten umfassend anzupassen. Im Kern geht es um mehr Transparenz bei der Vergütung von Verwaltungsrat und Konzernleitung sowie effizientere Wege in der Aktionärskommunikation.

Fokus auf Vergütung und Transparenz

Die neuen Bestimmungen präzisieren vor allem, wie die Generalversammlung über Gehälter entscheidet. Künftig wird der Zeitraum für die maximale Vergütung des Verwaltungsrats fest von einer Generalversammlung bis zur nächsten definiert. Dies entspricht der bisherigen Praxis, wird nun jedoch formell in der Satzung verankert.

Zudem reagiert das Unternehmen auf gesetzliche Anforderungen bei Wettbewerbsverboten. Entschädigungen nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis dürfen künftig den Durchschnitt der letzten drei Jahresvergütungen nicht überschreiten. Diese Deckelung soll klare Grenzen ziehen und die Corporate Governance stärken.

Modernisierung der Kommunikation

Ein weiterer Baustein der Reform betrifft den Informationsfluss. Während das Schweizerische Handelsamtsblatt das primäre Publikationsorgan bleibt, öffnet sich Rieter stärker für digitale Kanäle. Mitteilungen können künftig direkt elektronisch an die im Aktienregister hinterlegten Adressen versandt werden. Dies soll den Austausch mit den Anteilseignern beschleunigen und vereinfachen.

Integration von Barmag prägt das Jahr

Diese strukturellen Anpassungen folgen auf eine Phase intensiven Umbaus. Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2025, in dem der Umsatz um 20 % einbrach, gelang Rieter dennoch ein positives operatives Ergebnis (EBIT) von 2,5 Millionen CHF. Die im Februar 2026 abgeschlossene Übernahme von Barmag soll nun die Wende bringen und Rieter als globalen Komplettanbieter für Natur- und Chemiefasern positionieren.

Für das laufende Jahr 2026 peilt das Management einen deutlichen Wachstumsschub an. Erwartet wird ein Umsatz zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden CHF. Die erfolgreiche Integration der neuen Sparten und die Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen sind dabei die entscheidenden Faktoren für die Rückkehr zu alter Ertragsstärke.