Der Schweizer Pharmariese liefert zum Jahresauftakt ein gespaltenes Bild: operativ läuft es rund, doch der starke Franken frisst einen Großteil der Erlöse weg. Wer die Zahlen richtig lesen will, muss die Währungsbrille aufsetzen.
Der Konzernumsatz lag im ersten Quartal bei 14,7 Milliarden Schweizer Franken — ein Minus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. In US-Dollar gerechnet ergibt sich ein völlig anderes Bild: plus neun Prozent. CEO Thomas Schinecker verwies im CNBC-Interview ausdrücklich auf diese Differenz. Der US-Dollar hat im vergangenen Jahr rund zwölf Prozent gegenüber dem Franken verloren — ein strukturelles Problem für alle Schweizer Exportkonzerne.
Pharma stark, Diagnostik unter China-Druck
Die Pharmasparte wuchs währungsbereinigt um sieben Prozent auf 11,5 Milliarden Franken. Die fünf meistverkauften Produkte — darunter Hemlibra, Vabysmo und Ocrevus — erzielten zusammen 5,3 Milliarden Franken, ein Plus von 14 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Onkologie, Immunologie und Neurologie lieferten jeweils zweistellige Wachstumsraten.
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Die Diagnostiksparte kämpft mit den Preisreformen im chinesischen Gesundheitswesen. Währungsbereinigt legte sie zwar drei Prozent zu, ohne China wären es fünf Prozent gewesen. Der Franken-Effekt drückte das ausgewiesene Ergebnis auf minus sieben Prozent.
Tarif-Deal und Pipeline-Wetten
Geopolitisch hat Roche über seine US-Tochter Genentech eine Vereinbarung mit der Trump-Administration geschlossen: drei Jahre Schutz vor pharmazeutischen Sonderzöllen — im Gegenzug für geplante US-Investitionen von 50 Milliarden Dollar über fünf Jahre sowie die Schaffung von rund 12.000 Arbeitsplätzen. Den Iran-Konflikt stuft Schinecker als handhabbar ein, da Roche keine Zulieferer in der Region hat.
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Bei der Pipeline steht der Brustkrebswirkstoff Giredestrant im Mittelpunkt. Die FDA hat den Zulassungsantrag angenommen, eine Entscheidung ist für den 18. Dezember 2026 vorgesehen. Allerdings hat ein jüngerer Rückschlag in einer Erstlinien-Studie die Erwartungen gedämpft — Jefferies sieht das Umsatzpotenzial lediglich bei 1,2 Milliarden Franken. Im Adipositas-Segment zeigen Phase-II-Daten für Petrelintide einen mittleren Gewichtsverlust von 10,7 Prozent nach 42 Wochen gegenüber 1,7 Prozent in der Placebogruppe. Das Management hält die Adipositas-Pipeline für einen potenziellen Milliarden-Treiber.
Prognose bestätigt, Analysten gespalten
Roche hält an den Jahreszielen fest: Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen, Kerngewinn je Aktie im hohen einstelligen Bereich. Die Dividende soll erneut erhöht werden. Bernstein wertete den Start als insgesamt positiv; Vontobel, Barclays und Goldman Sachs wiesen auf leicht verfehlte Umsatzerwartungen hin.
Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 417 Dollar und hat seit Jahresbeginn rund 17 Prozent zugelegt — der Markt scheint den Währungsgegenwind einzupreisen. Ob Giredestrant die FDA-Hürde im Dezember nimmt, dürfte für die Kursentwicklung im zweiten Halbjahr ausschlaggebend sein.
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