Roche: AAN-Präsentation zu Fenebrutinib in Chicago

Roche präsentiert Phase-III-Daten zu Fenebrutinib. Der Wirkstoff reduziert Schübe bei Multipler Sklerose deutlich, doch sieben Todesfälle in der Studiengruppe werfen Sicherheitsfragen auf.

Roche Aktie
Kurz & knapp:
  • Reduziert Schubrate um mehr als 50 Prozent
  • Sieben Todesfälle in der Fenebrutinib-Gruppe
  • Zulassung als erster oraler BTK-Inhibitor geplant
  • Strategisch wichtiger Baustein für Roche

Roche hat heute Phase-III-Daten zu Fenebrutinib vorgelegt — und die Ergebnisse sind zweischneidig. Der BTK-Inhibitor überzeugt bei der Schubrate, wirft aber Sicherheitsfragen auf.

Deutliche Wirksamkeit, klarer Vergleichsvorteil

In den Studien FENhance 1 und 2 reduzierte Fenebrutinib die jährliche Schubrate um 51,1 % beziehungsweise 58,5 % gegenüber dem Vergleichsmittel Teriflunomid. Beide Ergebnisse waren statistisch hochsignifikant. Rechnerisch entspricht das etwa einem Schub alle 17 Jahre — weniger als halb so viele wie im Teriflunomid-Arm.

Die Wirksamkeit bei Behinderungsprogression fiel schwächer aus. Fenebrutinib erzielte numerische Reduktionen von 20 % und 13 % beim zusammengesetzten Behinderungsmaß über zwölf Wochen. Das sind keine statistisch gesicherten Werte. Post-hoc-Analysen deuten auf größere Effekte bei Gesamt- und Arm-Behinderung hin — diese Daten sind jedoch explorativ.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Roche?

Sicherheitsprofil mit einem Fragezeichen

Die Leberwerte beider Substanzen lagen auf ähnlichem Niveau. In FENhance 1 und 2 traten Leberenzymerhöhungen in vergleichbarer Häufigkeit auf. Je ein Hy’s-Law-Fall im Fenebrutinib- und Teriflunomid-Arm verlief asymptomatisch und bildete sich nach Absetzen zurück.

Das kritischere Signal: Todesfälle. In beiden Studien zusammen starben sieben Patienten im Fenebrutinib-Arm — gegenüber einem im Teriflunomid-Arm. Die Ursachen reichten von Infektionen über schwere Blutungen bis zu Suizid und Unfallverletzungen. Roche betont die unterschiedlichen Zeitpunkte und Ursachen. Ob das Ungleichgewicht zufällig ist, müssen die Zulassungsbehörden beurteilen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Roche?

Zulassung und strategische Bedeutung

Roche plant die Einreichung bei den Zulassungsbehörden auf Basis aller drei Phase-III-Studien. Neben den RMS-Daten hatte die Studie FENtrepid bei primär progredienter MS bereits Nicht-Unterlegenheit gegenüber Ocrevus gezeigt. Gelingt die Zulassung, wäre Fenebrutinib der erste BTK-Inhibitor für beide MS-Formen — und die einzige hocheffektive orale Option für PPMS.

Das timing der Datenpräsentation ist kein Zufall. Roche veröffentlicht am Donnerstag, dem 23. April, die Q1-Umsatzzahlen. Neurologie gehört zu den drei strategischen Kernbereichen, auf die der Konzern bis 2035 setzt. Fenebrutinib ist dabei ein zentraler Baustein — sofern die Behörden das Sicherheitsprofil als akzeptabel einstufen.

Roche-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Roche-Analyse vom 22. April liefert die Antwort:

Die neusten Roche-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Roche-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Roche: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Roche

Roche Jahresrendite