Positives Ärztefeedback zu Giredestrant hat die Deutsche Bank zu einer Kaufempfehlung für Roche veranlasst. Die Aktie gewann am Freitag 2,4%. Damit rücken neben dem laufenden Geschäft auch die Perspektiven der Medikamentenentwicklung stärker in den Blick. Die jüngsten Verkaufszahlen und neue Studiendaten liefern dafür weitere Anhaltspunkte.

Ärztebefragung verändert die Bewertung

Die Deutsche Bank stufte Roche am Freitag von Halten auf Kaufen hoch. Zugleich erhöhte sie ihr Kursziel von 340 auf 500 Franken. Ausschlaggebend war vor allem positives Ärztefeedback zu Giredestrant aus der Onkologie-Umfrage des Hauses.

Die Begründung richtet den Blick auf die ärztliche Einschätzung des Wirkstoffs. Für Anleger ist dabei die Unterscheidung wichtig: Eine positive Befragung ist ein Argument für die Bewertung künftiger Geschäftschancen, aber noch kein Beleg für tatsächlich erzielte Verkäufe. Die Hochstufung setzt damit einen anderen Akzent als die jüngste Geschäftsmeldung.

Verkäufe wachsen, Prognose bleibt bestehen

Am Donnerstag meldete Roche für das dritte Quartal 2026 ein Verkaufswachstum von 7% zu konstanten Wechselkursen. In Schweizer Franken betrug der Zuwachs 8%.

Das laufende Geschäft liefert damit einen operativen Bezugspunkt für die optimistischere Analysteneinschätzung. Roche verband die Veröffentlichung allerdings nicht mit einer höheren Jahresprognose, sondern bestätigte den bisherigen Ausblick.

Für die ersten neun Monate 2026 erreichten die Konzernverkäufe 46,5 Milliarden Franken. Das entsprach einem Wachstum von 6% zu konstanten Wechselkursen.

Beim Jahresausblick erwartet Roche weiterhin einen Anstieg der Konzernverkäufe im mittleren einstelligen Prozentbereich. Der Kerngewinn je Aktie soll im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Diese Angaben bleiben Erwartungen und sind nicht mit bereits erreichten Ergebnissen gleichzusetzen.

Studiendaten und Investitionsvorbehalt

Zusätzliche Aufmerksamkeit verdient Fenebrutinib. Roche meldete am Mittwoch neue Phase-III-Daten bei Multipler Sklerose. Nach Unternehmensangaben zeigten sie eine Verringerung von Markern chronischer Gehirnentzündung und eine umfassendere Krankheitskontrolle gegenüber aktiven Vergleichstherapien.

Eine Einschränkung des positiven Nachrichtenbilds betrifft die Investitionspolitik in Deutschland. Reuters berichtete am Montag unter Berufung auf Deutschlandchef Daniel Steiners, Roche Deutschland habe sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen vorerst ausgesetzt.

Der bereits beschlossene Ausbau des Standorts Penzberg für mehr als 600 Millionen Euro ist davon nicht betroffen. Der Vorbehalt betrifft somit künftige Entscheidungen, nicht dieses bestehende Vorhaben. Für die Aktie treffen damit eine günstigere Analystenbewertung und neue Entwicklungsdaten auf einen unveränderten Geschäftsausblick und eine zurückhaltendere Investitionspolitik in Deutschland.