Roche hat am Donnerstag weiteres Umsatzwachstum gemeldet und die Jahresprognose bestätigt. Die Quartalszahlen liefern damit den operativen Rahmen für die jüngsten Fortschritte bei Medikamenten und Diagnostik. Für Anleger ist die Unterscheidung wichtig: Während neue Studienergebnisse die Entwicklungspipeline stärken, hält Roche an den bisherigen Erwartungen für das Gesamtjahr fest.

Wachstum und Jahresziele im Blick

Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz laut Roche zu konstanten Wechselkursen um 7 %. In Schweizer Franken betrug das Plus 8 %.

Die unterschiedliche Entwicklung der beiden Kennzahlen macht die Währungsperspektive wichtig. Roche formuliert seine Wachstumsziele auf Basis konstanter Wechselkurse. Für die Beurteilung der bestätigten Prognose ist deshalb diese Betrachtung maßgeblich.

In den ersten neun Monaten 2026 legte der Konzernumsatz zu konstanten Wechselkursen um 6 % zu. In Schweizer Franken fiel das Wachstum mit 1 % geringer aus.

Die Bestätigung der Jahresziele verbindet Roche nicht mit einer Anhebung der Erwartungen. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich. Der Kerngewinn je Aktie soll im hohen einstelligen Bereich wachsen. Beide Erwartungen gelten zu konstanten Wechselkursen.

Damit stehen Umsatz und Ergebnis weiterhin für unterschiedliche Wachstumserwartungen: Beim Kerngewinn je Aktie setzt Roche ein höheres prozentuales Wachstum an als beim Umsatz. Die jüngsten Produktmeldungen ergänzen diesen Ausblick, ersetzen aber nicht die bestätigten finanziellen Ziele.

Studienerfolg ergänzt operative Entwicklung

Am 25. Oktober präsentierte Roche beim ESMO-Kongress Ergebnisse der Phase-III-Studie Krascendo 1. Untersucht wurde Divarasib bei vorbehandeltem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit einer KRAS-G12C-Mutation. Der Vergleich erfolgte mit Sotorasib oder Adagrasib.

Laut Roche sank das Sterberisiko unter Divarasib um 44 %. Das mediane Gesamtüberleben betrug 17,7 Monate gegenüber 12,0 Monaten in der Vergleichsgruppe.

Roche erklärte, mit Gesundheitsbehörden an der Bereitstellung der Therapie zu arbeiten. Für Anleger liegt darin eine wichtige Abgrenzung: Die positiven Studienergebnisse sind ein Entwicklungserfolg. Sie sind nicht mit einer bereits erfolgten Bereitstellung der Therapie gleichzusetzen.

Auch in der Diagnostik meldete Roche Fortschritte. Am Mittwoch gab das Unternehmen die weltweite Einführung des VENTANA BAP1 (SP527)-Tests zur Unterstützung der Differenzialdiagnose von Mesotheliomen bekannt. Am Dienstag erhielt der cobas smart e Immunoanalysator die CE-Kennzeichnung.

Die Meldungen betreffen damit unterschiedliche Entwicklungs- und Vermarktungsschritte. Den finanziellen Maßstab für das laufende Geschäftsjahr setzt jedoch weiterhin die am Donnerstag bestätigte Prognose.