Rock Tech Lithium besinnt sich auf seine Wurzeln im Bergbau. Während die Veredelung von Lithium jahrelang im Vordergrund stand, rückt nun wieder die Förderung in Ontario ins Zentrum der Strategie. Marktteilnehmer reagierten am Mittwoch dennoch mit deutlichen Verkäufen auf die Neuausrichtung.
Das Papier verlor im heutigen Handel über acht Prozent an Wert und notierte bei 0,43 Euro. Im Vergleich zum Schlusskurs des Vortags von 0,47 Euro setzt sich damit ein deutlicher Abwärtstrend fort. Der Titel nähert sich nun wieder dem Bereich seines 52-Wochen-Tiefs an.
Bergbau in Ontario rückt in den Fokus
Vorstandschef Mirco Wojnarowicz treibt den Ausbau der eigenen Rohstoffbasis massiv voran. Das Flaggschiff-Projekt Georgia Lake in Kanada soll dabei als einer der ersten Standorte in der Provinz Ontario in Produktion gehen. Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen eine Option auf das benachbarte Victory-Projekt, um die Versorgung langfristig abzusichern.
Anleger reagieren derzeit nervös auf die hohe Volatilität im Sektor, die für Rock Tech bei fast 47 Prozent liegt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 26,7 deutet derweil auf eine technisch überverkaufte Situation hin. Das Unternehmen notiert aktuell deutlich unter seinen Durchschnittswerten der vergangenen Monate.
Neues Finanzierungsmodell für Konverter
Für die geplanten Konverter-Anlagen strebt Rock Tech eine Finanzierung nach Infrastruktur-Maßstäben an. Dieser Ansatz soll sowohl für das Werk im brandenburgischen Guben als auch für die Anlage in Red Rock gelten. Ziel ist es, rund 40 Prozent des benötigten Rohstoffs für Red Rock aus eigenen kanadischen Minen zu beziehen.
Die Fabrik in Guben ist auf eine jährliche Produktion von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid ausgelegt. Das Werk in Red Rock soll eine Kapazität von 32.000 Tonnen erreichen. Durch die stärkere Integration des Bergbaus will das Management die Abhängigkeit von externen Lieferanten reduzieren und Kosten senken.
Der operative Zeitplan sieht den Start der Förderung am Georgia Lake für Mitte 2028 vor. Die volle Produktion in der Raffinerie Red Rock soll im Folgejahr 2029 erreicht werden. Begleitend dazu erhielt das Unternehmen eine staatliche Förderung von über 260.000 Kanadischen Dollar, um effizientere Verarbeitungsverfahren unter Einsatz von Nebenprodukten aus der Papierindustrie zu erforschen.
Entscheidend für die kommenden Monate wird die Sicherung der angekündigten Projektfinanzierung für die Standorte in Deutschland und Kanada sein. Die nächsten Meilensteine liegen im Abschluss der Genehmigungsverfahren für die Mine am Georgia Lake.
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