Rock Tech Lithium bekommt grünes Licht für eine Kapitalmaßnahme, die den Aktienkurs künstlich anheben soll. Bei der Jahreshauptversammlung stimmten die Aktionäre am 26. Juni 2026 mit 98,54 Prozent für eine Aktienzusammenlegung. Der Kurs selbst zeigt derweil, warum das Unternehmen überhaupt zu diesem Mittel greift.

Breite Zustimmung für die Zusammenlegung

Der Vorstand erhält damit die Vollmacht, die Aktienzahl in einem Verhältnis zwischen 2:1 und 15:1 zu reduzieren. Das genaue Verhältnis und der Zeitpunkt stehen noch nicht fest. Die finale Entscheidung liegt beim Board, zusätzlich muss die TSX Venture Exchange die Maßnahme absegnen.

An der Abstimmung nahmen Aktionäre mit rund 6,72 Millionen Aktien teil. Das entspricht etwa 5,60 Prozent des gesamten ausstehenden Kapitals. Neben dem Reverse Split bestätigten die Aktionäre auch die Wiederernennung von MNP LLP als Wirtschaftsprüfer und billigten das bestehende Aktienoptionsprogramm mit 98,89 Prozent Zustimmung.

Auch beim Führungspersonal gab es keine Überraschungen. Alle drei zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt: Dirk Harbecke mit 98,77 Prozent, Michelle Gahagan mit 99,95 Prozent und Dr. Beate Degen mit 99,93 Prozent. Das Management bleibt damit unverändert, während das Unternehmen an seinen zentralen Industrieprojekten weiterarbeitet.

Guben und Red Rock als Fixpunkte

Im Zentrum der Strategie steht weiterhin der Konverter in Guben. Die EU hat die Anlage als strategisches Projekt eingestuft, sie soll künftig rund 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat pro Jahr produzieren. Parallel dazu treibt Rock Tech das Red-Rock-Projekt in Ontario voran, das auf eine Jahreskapazität von bis zu 32.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent ausgelegt ist.

Kurs unter Druck

Die Aktie notiert aktuell bei 0,50 Euro und büßt damit heute 0,40 Prozent ein. Zum Jahresauftakt steht dennoch ein Plus von 5,53 Prozent zu Buche. Auf Sicht von zwölf Monaten fällt die Bilanz mit einem Minus von 21,02 Prozent deutlich schwächer aus.

Der Titel liegt derzeit 12,42 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 0,57 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 0,79 Euro aus dem Januar klafft eine Lücke von 36,90 Prozent. Der RSI von 36,5 signalisiert nach einem Kursrückgang von 12,68 Prozent binnen 30 Tagen eine Annäherung an überverkauftes Terrain.

Genau in diesem Umfeld gewinnt der Reverse Split an Bedeutung. Solche Zusammenlegungen sollen den Preis je Aktie optisch anheben und den Titel für institutionelle Investoren attraktiver machen. Rock Tech positioniert sich als Bindeglied zwischen europäischem Lithiumbergbau und der Batterienachfrage der Elektroautoindustrie — ein Kurs von unter einem Euro passt selten zu diesem Anspruch.

Die Zustimmung der Aktionäre ist erteilt, die eigentliche Umsetzung steht noch aus. Das Board muss zunächst das konkrete Verhältnis festlegen, anschließend braucht es die Freigabe der TSX Venture Exchange. Bis zu dieser regulatorischen Entscheidung bleibt offen, wie stark die Zusammenlegung tatsächlich ausfällt.