Das deutsch-kanadische Bergbauunternehmen Rock Tech Lithium (ISIN: CA77273P2017) richtet seine operative Priorisierung neu aus und konzentriert sich verstärkt auf den nordamerikanischen Markt. Im Zentrum dieser Entwicklung steht der geplante Red Rock Converter in der kanadischen Provinz Ontario sowie das dazugehörige Georgia-Lake-Projekt. Das Unternehmen unterzeichnete Ende Juli eine bindende, langfristige Abnahmevereinbarung für Spodumenkonzentrat mit der in Genf ansässigen Transamine SA. Dieser Vertrag umfasst zudem einen Rahmen für eine Vorauszahlungsfazilität zur Projektentwicklung in Höhe von bis zu 80 Millionen US-Dollar.

Fortschritte bei Machbarkeitsstudien und Finanzierung

Parallel zum Abnahmevertrag gab Rock Tech Lithium den offiziellen Start der endgültigen Machbarkeitsstudie (Definitive Feasibility Study, DFS) für den Red Rock Converter bekannt. Die Vergabe des Auftrags für die entsprechende Studie zur Georgia-Lake-Mine ist für Ende August 2026 vorgesehen. Diese Untersuchungsschritte sind essenziell für die Erreichung der finalen Investitionsentscheidung, die das Unternehmen für das erste Quartal 2027 anstrebt.

Zusätzlich zur Großfinanzierung durch Abnahmepartner profitiert das Vorhaben in Ontario von staatlicher Unterstützung. Aus dem Critical Minerals Innovation Fund (CMIF) der Provinz wurden dem Unternehmen 262.500 CAD zugesprochen. Diese Mittel werden eingesetzt, um in Zusammenarbeit mit Thunder Bay Pulp and Paper sowie der Queen’s University den Einsatz von Roh-Tallöl als Flotationsmittel zu evaluieren. Mit diesem Verfahren soll die Effizienz bei der Aufbereitung der Lithium-Erze gesteigert werden.

Strategischer Fokus auf Nordamerika

Die Entscheidung, den Fokus primär auf das Red-Rock-Projekt zu legen, folgt auf Signale für direkte Co-Investitionen durch die kanadische Regierung. Rock Tech Lithium verweist hierbei auf den mit 25 Milliarden CAD ausgestatteten Canada Strong Fund. Zwar wird das Projekt im deutschen Guben weiterhin als „strategisches Projekt“ im Rahmen des EU Critical Raw Materials Act geführt, doch genießt der kanadische Standort für die erste industrielle Produktion derzeit Vorrang.

Flankiert wird die Expansionsstrategie durch den Ausbau der Rohstoffbasis. Im Juni schloss das Unternehmen eine Optionsvereinbarung mit Bounty Gold Corp. und Last Resort Resources Ltd. ab, um eine vollständige Beteiligung am Victory-Projekt zu erwerben. Dabei handelt es sich um ein Lithium-Explorationsgebiet in Ontario mit einer Fläche von 9.875 Hektar.

Auf der Ebene der Unternehmensstruktur stimmten die Aktionäre im Juli einer Aktienzusammenlegung in einem Verhältnis zwischen 1:2 und 1:15 zu. Den genauen Zeitpunkt und das finale Umtauschverhältnis wird das Board of Directors festlegen. Finanziell verzeichnete Rock Tech Lithium für das erste Quartal 2026 einen Nettoverlust von 4,38 Millionen CAD, nach einem Minus von 1,85 Millionen CAD im Vorquartal. Die Ergebnisse für das zweite Quartal sollen am 26. August 2026 veröffentlicht werden.

An der Börse notiert das Papier am heutigen Donnerstag bei 0,3970 €. Damit verzeichnet die Aktie einen Tagesgewinn von 2,32%. Trotz der operativen Meilensteine bei den Abnahmeverträgen und Studien notiert der Kurs jedoch weiterhin in der Nähe seines 52-Wochen-Tiefs, das am 31. Juli 2026 bei 0,3510 € erreicht wurde.