Rock Tech Lithium steht vor einem dichten Sommer. Das Unternehmen erwartet seinen Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 im Juni — und zeitgleich laufen Nasdaq-Listing, Refinanzierung und zwei Großprojekte parallel.

Technisches Bild: Knapp über der Grenze

Die Aktie notiert aktuell bei 0,57 Euro. Das klingt stabil, ist es aber nur bedingt. Der Kurs liegt unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,59 Euro — ein Zeichen nachlassender Dynamik. Knapp darüber liegt der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,55 Euro. Dieser Abstand ist gering. Der RSI von 43,7 signalisiert keine Überkauft-Situation, aber auch keine klare Stärke. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund 21 Prozent im Plus — trotz eines Rücksetzers von knapp acht Prozent im vergangenen Monat.

Nasdaq-Listing als Kapitalhebel

Ein zentrales Vorhaben ist die geplante Zweitnotiz an der Nasdaq. Rock Tech nutzt dafür das sogenannte Multi-Jurisdictional Disclosure System. Das erlaubt es dem Unternehmen, seine kanadischen Regulierungsunterlagen direkt für den US-Börsenzulassungsprozess zu verwenden. Ein Kurzform-Basisprospekt und ein Annual Information Form sind bereits eingereicht.

Das Ziel: mehr Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren in den USA und breiterer Zugang zu internationalem Kapital.

Guben und Ontario: Milliarden gesucht

Der Kern des Geschäftsmodells bleibt der geplante Lithiumhydroxid-Konverter in Guben, Brandenburg. Die Gesamtfinanzierung liegt bei rund 800 Millionen Euro. Brandenburg und der Bund steuern Direktzuschüsse von bis zu 100 Millionen Euro bei. Den Rest — Fremd- und Eigenkapital — verhandelt das Unternehmen noch. Eine finale Investitionsentscheidung steht aus.

In Kanada läuft parallel das „Red Rock“-Projekt in Ontario. Dort prüft Rock Tech den Einsatz moderner Sortiertechnologien, um die Kapitalkosten zu senken.

Der Quartalsbericht im Juni wird zeigen, wie weit die Finanzierungsgespräche für Guben gediehen sind — und ob das Unternehmen seinen Liquiditätspuffer in die nächste Phase trägt.