Rock Tech Lithium schmiedet an einer Lieferkette vom Bergwerk bis zum Konverter – und der Zeitplan dafür nimmt Konturen an. Im Interview mit BNN Bloomberg bekräftigte Firmenchef Mirco Wojnarowicz am Mittwoch das Ziel, der erste Lithiumproduzent in Ontario zu werden. Die erste Produktion am Projekt Georgia Lake soll bis Mitte 2028 anlaufen und eine regionale „Mine-to-Converter“-Kette versorgen.

Feasibility-Studie startet noch im August

Um dieses Ziel zu erreichen, beginnt Rock Tech Lithium noch Ende August mit einer definitiven Machbarkeitsstudie (DFS) für Georgia Lake. Die Fertigstellung ist für Anfang 2027 anvisiert, damit im zweiten Quartal 2027 der Baustart erfolgen kann.

Flankiert wird das Vorhaben von einer staatlichen Förderzusage: Die kanadische Regierung sicherte über ihren Fonds für Infrastruktur bei kritischen Mineralien eine Finanzierung von bis zu 1,4 Millionen kanadischen Dollar für den Ausbau der Straßenanbindung zum Minengelände zu.

Parallel zur operativen Entwicklung hat das Unternehmen die Abnahmeseite abgesichert. Die Konditionen für eine bindende Vereinbarung mit dem Schweizer Handelshaus Transamine SA wurden finalisiert: Über eine Laufzeit von zunächst sieben Jahren sollen jährlich zwischen 50.000 und 100.000 trockene Tonnen Spodumenkonzentrat geliefert werden.

Gestützt wird der Vertrag durch eine Vorauszahlungsfazilität von bis zu 80 Millionen US-Dollar zur Projektentwicklung, die bereits Ende Juli mit einem Zinssatz von drei Monats-CME-Term-SOFR plus 2,95 Prozent vereinbart worden war.

Kursrally im Windschatten der Branche

Am heutigen Handelstag zieht die Aktie mit an, nachdem der brasilianische Wettbewerber Sigma Lithium für das zweite Quartal 2026 Rekordzahlen vorgelegt hatte: ein Anstieg der realisierten Lithiumpreise um 17 Prozent im Quartalsvergleich auf 2.089 US-Dollar je Tonne sowie eine EBITDA-Marge von 47 Prozent. Das nährt Hoffnungen auf eine breitere Erholung des Lithiummarktes, von der auch Rock Tech Lithium profitiert.

Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 0,45 Euro, ein Plus von 3,7 Prozent auf Tagesbasis und der zweite deutliche Aufschlag binnen einer Woche – über sieben Tage steht ein Zuwachs von 11 Prozent zu Buche.

Auf Jahressicht bleibt die Aktie mit einem Minus von 23 Prozent aber deutlich im roten Bereich, und auch seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 4,7 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,786 Euro, erreicht Ende Januar, trennen das Papier weiterhin 43 Prozent.

Ein automatisiertes Analysemodell hatte Anfang August die Einstufung von „Verkaufen“ auf „Halten/Akkumulieren“ angehoben, allerdings gleichzeitig einen prognostizierten Kursrückgang von 36,7 Prozent auf Dreimonatssicht in Aussicht gestellt – ein Widerspruch, der die Unsicherheit rund um den Titel unterstreicht.

Blick nach vorn

Der nächste konkrete Termin für Anleger ist der 27. August, wenn Rock Tech Lithium die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 veröffentlicht. Dann dürfte sich zeigen, wie weit die finanzielle Basis reicht, um Georgia Lake und die vertraglich zugesicherten Liefermengen tatsächlich zu stemmen.