Die Auftragsbücher sind voll, die Raketen fliegen planmäßig. Am operativen Geschäft von Rocket Lab gibt es derzeit wenig auszusetzen. Trotzdem schickten Anleger die Aktie am Donnerstag auf Talfahrt. Ein klassischer Fall von Gewinnmitnahmen nach einer rasanten Rally.

Der Kurs gab um rund sechs Prozent auf 84,60 US-Dollar nach. Zuvor hatte das Papier innerhalb eines Monats um fast 32 Prozent zugelegt. Diese steile Aufwärtsbewegung lockte nun kurzfristige Händler an. Sie reduzierten ihre Positionen. Fundamentale Negativmeldungen gab es nicht.

Neue Missionen und Hardware

Im Gegenteil. Das Raumfahrtunternehmen absolvierte in Neuseeland erfolgreich seine zweite dedizierte Mission für die japanische Raumfahrtagentur JAXA. Die Rakete brachte acht Satelliten ins All. Darunter befanden sich Systeme zur Meeresbeobachtung und eine neuartige Faltantenne. Es war bereits der achte Start im laufenden Jahr.

Parallel dazu präsentierte Rocket Lab einen neuen Sternensensor für Langzeitmissionen. Der sogenannte ST-HP zielt auf kommerzielle und staatliche Kunden ab. Er soll besonders kostengünstig in der Herstellung sein. Das System stärkt das wachsende Komponentengeschäft. Dieser Bereich macht inzwischen fast drei Viertel des milliardenschweren Auftragsbestands aus.

Analysten blicken auf die Neutron-Rakete

Analysten werten die Aussichten weiterhin positiv. Die Investmentbank Stifel bestätigte kürzlich ihr Kursziel von 105 US-Dollar. Im Fokus steht dabei die neue mittelschwere Trägerrakete Neutron. Ihr für das zweite Halbjahr 2026 geplanter Erstflug gilt als wichtigster Kurstreiber. Citizens JMP hob das Ziel auf 85 US-Dollar an.

Frische Zahlen liefern bald Aufschluss über das finanzielle Wachstum. Rocket Lab legt am 7. Mai seine Quartalsergebnisse vor. Der Markt erwartet einen Umsatz von rund 191 Millionen US-Dollar. Das entspräche einem Plus von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verlust je Aktie soll parallel dazu deutlich sinken.