Rocket Lab steht unter Druck. Gleich mehrere Nachrichten lasten auf der Aktie des Raumfahrtunternehmens. Ein milliardenschwerer Zukauf und ein massiver Aktienverkauf des Gründers verunsichern die Anleger.
Das Papier notiert aktuell bei 79,90 Euro. Das sind rund 1,8 Prozent weniger als am Vortag. Damit liegt der Kurs gut 15 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 133,80 Euro trennen die Aktie sogar 40 Prozent. Auf Jahressicht steht dagegen ein Plus von 141 Prozent.
Milliarden-Übernahme wirft Fragen auf
Der Hauptgrund für die Zurückhaltung: die angekündigte Übernahme von Iridium Communications. Rocket Lab will den Satellitenkommunikationsanbieter für rund acht Milliarden Dollar kaufen – finanziert durch eine Mischung aus Bargeld und Aktien. Die Transaktion soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein.
Anleger sorgen sich um die Finanzierung. Rocket Lab hat zwar eine Brückenfinanzierung von 3,6 Milliarden Dollar zugesagt bekommen. Kritiker fragen sich aber, wie hoch der künftige Schuldenstand ausfallen wird. Auch die Risiken der Integration spielen eine Rolle. Der lange Zeitraum bis zum Abschluss der Übernahme tut ein Übriges: Er lässt Raum für Zweifel.
Gründer verkauft Aktien für 465 Millionen Dollar
Parallel dazu setzt ein Aktienverkauf von CEO Peter Beck die Kurse unter Druck. Der Gründer hat ein Formblatt 144 eingereicht – die Ankündigung, rund fünf Millionen Aktien zu veräußern. Der Wert des Pakets: etwa 465 Millionen Dollar.
Der Verkauf war bereits im März angekündigt worden. Das Verkaufsfenster öffnete Ende Juni und schließt spätestens am 8. Juli. Solche Transaktionen lösen bei Anlegern häufig Unbehagen aus – selbst wenn sie lange geplant sind.
Operativ läuft es rund
Die Kursschwäche steht in einem gewissen Widerspruch zum operativen Geschäft. Rocket Lab meldete für das erste Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand liegt bei über 2,2 Milliarden Dollar.
Allein im ersten Quartal sicherte sich das Unternehmen mehr Startverträge als im gesamten Jahr 2025. Die Gesamtzahl der Missionen im Auftragsbuch liegt bei über 70. Zu den Kunden zählt die NASA, die Rocket Lab für die Missionen PolSIR und TSIS-2 engagiert hat.
Analysten erwarten für das laufende Jahr einen Umsatz von rund 914 Millionen Dollar – ohne mögliche Iridium-Beiträge. Iridium selbst setzte 2025 rund 871 Millionen Dollar um. Zusammengerechnet käme das fusionierte Unternehmen auf eine annualisierte Umsatzrate von knapp 1,8 Milliarden Dollar.
Ein weiterer Hoffnungsträger: die Entwicklung der Trägerrakete Neutron. Sie soll im mittleren Marktsegment mitmischen und frühestens im vierten Quartal 2026 debütieren. Der Quartalsbericht für das zweite Quartal im August wird zeigen, wie die operative Dynamik aussieht – und ob der Kursrückgang übertrieben ist.
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