Drei neue NASA-Starts, der 91. Gesamtflug und ein Weltrekord beim Reaktionsstart — Rocket Lab liefert gerade auf ganzer Linie. Trotzdem notiert die Aktie rund 44 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Diese Schere zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung ist das eigentliche Thema dieser Woche.
NASA wählt Electron für zwei Wissenschaftsmissionen
NASA hat Rocket Lab für drei dedizierte Electron-Starts ausgewählt. Die Verträge, bekannt gegeben am 25. Juni 2026, betreffen zwei Missionen: PolSIR und TSIS-2. PolSIR benötigt zwei aufeinanderfolgende Starts, TSIS-2 einen separaten Flug. Alle drei Starts sollen ab Anfang 2027 vom Launch Complex 1 in Neuseeland erfolgen.
Die Aufträge stärken Rocket Labs Auftragsbestand im zivilen Raumfahrtbereich. Nach der Ankündigung legte die Aktie im nachbörslichen Handel um fünf Prozent zu.
Serienreife im Betrieb
Nur zwei Tage nach der NASA-Meldung, am 27. Juni 2026, absolvierte Rocket Lab seinen zwölften Start des Jahres. Die Mission „Ten Owl Of Ten“ brachte einen weiteren StriX-Radar-Satelliten für den japanischen Betreiber Synspective in die Umlaufbahn — der zehnte erfolgreiche Start in Folge für diesen Kunden. Insgesamt war es der 91. Electron-Flug. Für Synspective stehen noch 17 weitere Starts aus.
Kurz zuvor hatte das Unternehmen einen Rekord im Bereich Reaktionsstarts gesetzt. Für die VICTUS HAZE-Mission der U.S. Space Force vergingen nur 16 Stunden und 42 Minuten zwischen dem Startbefehl und dem Abheben. Rocket Lab produziert nach eigenen Angaben alle elf Tage eine neue Electron-Rakete.
Kurs weit unter dem Hoch
Operativ läuft es rund. Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Rocket Lab schloss am Freitag bei 84,54 USD — rund 20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 105,80 USD. Auf Monatssicht verlor die Aktie über 41 Prozent. Vom Allzeithoch bei 151,00 USD, erreicht Ende Mai 2026, trennen den Kurs noch immer mehr als 44 Prozent.
Auf Jahressicht bleibt das Bild differenzierter. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund elf Prozent. Der RSI von 37,2 signalisiert eine überverkaufte Zone — ein Niveau, das technisch orientierte Marktteilnehmer als möglichen Stabilisierungspunkt werten. Ob die NASA-Verträge und die starke Betriebsbilanz den Abwärtstrend der vergangenen Wochen stoppen, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.
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