Innerhalb eines einzigen Handelstages katapultierte sich Rocket Lab um fast 16 Prozent auf 98,01 Dollar. Hinter dem Sprung stecken ein Analysten-Upgrade, ein NASA-Vertrag und eine milliardenschwere Übernahme — drei Katalysatoren auf einmal.
KeyBanc setzt Kursziel auf 135 Dollar
Die Investmentbank KeyBanc stufte Rocket Lab auf „Overweight“ hoch und nannte als Kursziel 135 Dollar — deutlich über dem aktuellen Konsens von 104,06 Dollar. Den Auslöser für die Hochstufung lieferte paradoxerweise ein Kursrückgang: Gerüchte über einen möglichen SpaceX-Börsengang hatten den gesamten Sektor unter Druck gesetzt. KeyBanc bezeichnete den Ausverkauf als „ungerechtfertigt“ mit Blick auf Rocket Labs Fundamentaldaten.
Die Zahlen stützen diese Einschätzung. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen erstmals mehr als 200 Millionen Dollar Umsatz in einem Quartal — genau 200,3 Millionen Dollar. Rund 68 Prozent davon entfielen auf die Sparte Space Systems, die Satellitenbau und Komponentenverkauf umfasst und höhere Margen erzielt als das reine Startgeschäft.
NASA-Auftrag stärkt das Kerngeschäft
Parallel zur Hochstufung gab NASA bekannt, Rocket Lab für drei dedizierte Electron-Starts ab Anfang 2027 ausgewählt zu haben. Die Missionen fallen unter das VADR-Programm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 300 Millionen Dollar. Rocket Lab soll damit Erd- und Sonnenwissenschaftsmissionen ins All bringen.
Der Auftrag kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen baut parallel seine Neutron-Rakete für schwerere Nutzlasten. Fünf Neutron-Startverträge stecken bereits im Auftragsbestand von 2,2 Milliarden Dollar.
Iridium-Übernahme als Schlüsselwette
Der dritte Treiber ist struktureller Natur. Rocket Lab hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Iridium Communications für 8 Milliarden Dollar unterzeichnet. Der Kaufpreis liegt bei 54 Dollar je Aktie — eine Prämie von 24 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Bezahlt wird teils in bar, teils in Rocket-Lab-Aktien.
Mit dem Deal übernimmt Rocket Lab Iridiums L-Band-Spektrum und ein Netz mit mehr als 2,55 Millionen aktiven Nutzern. Das Ziel: die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren — vom Raketenstart über den Satellitenbau bis zum Betrieb im Orbit. Der Abschluss ist für Mitte 2027 geplant.
Nasdaq-100-Aufnahme als nächster Schritt
Trotz der Rally notiert die Aktie noch unter dem KeyBanc-Ziel von 135 Dollar. Einige Bewertungsmodelle signalisieren, dass der Kurs bereits über langfristigen historischen Durchschnittswerten liegt. Institutionelle Anleger dürften das Papier ab dem 22. Juni stärker beobachten — dann nimmt Rocket Lab seinen Platz im Nasdaq-100 ein und rückt automatisch in viele Index-Portfolios.
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