Im Mai schoss die Rocket-Lab-Aktie um 74 Prozent nach oben, danach folgte der Rücksetzer. Wer Anfang Juni bei gut 123 Dollar einstieg, sitzt heute auf einem deutlichen Minus. Aktuell notiert das Papier bei rund 70 Dollar.

Vom Rekordrausch zur Korrektur

Die Rally trieb den Börsenwert zeitweise auf über 73 Milliarden Dollar. Die Fundamentaldaten hielten damit nicht Schritt: Das Unternehmen blieb unprofitabel, der Verlust je Aktie lag zuletzt bei 0,33 Dollar. Marktbeobachter verwiesen schon früh darauf, dass die Bewertung die Wachstumsaussichten vollständig einpreist.

Im Juni verlor die Aktie 29 Prozent, im Juli weitere 36 Prozent. Der Tiefpunkt lag bei 63,70 Dollar. Seither hat sich der Kurs etwas erholt, gegenüber dem Juni-Niveau beträgt das Minus noch 43 Prozent.

Ein Bewertungsmodell von InvestingPro hatte genau diese Korrektur angedeutet. Der damals ermittelte faire Wert lag bei knapp 71 Dollar, also fast exakt dort, wo die Aktie heute steht. Die aktualisierte Schätzung fällt mit rund 35 Dollar allerdings deutlich niedriger aus. Das spräche rechnerisch für weiteres Abwärtspotenzial, solche Modelle bleiben jedoch Momentaufnahmen.

Operativ auf Kurs

Das Geschäft entwickelt sich unterdessen robust. Der Umsatz stieg zuletzt auf 769,1 Millionen Dollar, die Verluste schrumpften. Dazu kommen Aufträge wie ein Zuschlag der Space Force über 266 Millionen Dollar. Auch Cathie Wood baut ihre Position nach Marktberichten weiter aus.

Heute meldete das Unternehmen zudem einen Rekordauftrag für die Electron-Rakete aus Japan. Die Aktie zog darauf wieder an. Als Hauptrivale gilt SpaceX, dessen Marktmacht den Preisdruck in der Branche erhöht.

Das Analystenbild bleibt uneinheitlich: Die Kursziele reichen von 75 bis 120 Dollar. Selbst das untere Ende liegt damit über dem aktuellen Kurs von rund 70 Dollar. Die Tiefmarke von 63,70 Dollar markiert nun die erste wichtige Unterstützung, fällt der Kurs darunter, rückt der modellbasierte Fair-Value-Bereich weiter ins Blickfeld.