Vier Insider haben sich innerhalb weniger Tage von Anteilen im Wert von rund 18 Millionen Dollar getrennt. Das trifft Rocket Lab in einem ohnehin angespannten Marktumfeld — und hat die Aktie innerhalb einer Woche um mehr als 24 Prozent gedrückt.
Insider-Verkäufe als Belastung
Den Anfang machten Transaktionen am 28. Mai 2026. Insgesamt 18 Insiderverkäufe summierten sich auf knapp 17,9 Millionen Dollar. Der größte Einzelverkauf erreichte 5,96 Millionen Dollar.
Am 1. Juni folgte weiterer Druck. Direktor Alexander Slusky verkaufte 60.000 Aktien für rund 8,96 Millionen Dollar. Präsident Marvin Bradford Clevenger trennte sich von 3.500 Aktien für gut 513.000 Dollar. COO Frank Klein und Chefjurist Arjun Kampani verkauften ebenfalls — jeweils über vorab vereinbarte Handelspläne nach Rule 10b5-1.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Alle 18 jüngsten Insidertransaktionen waren Verkäufe. Kein einziger Kauf.
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Sektorstimmung kippt
Die Verkäufe trafen auf einen bereits verunsicherten Markt. Eine Raketenexplosion bei Blue Origin weckte Sorgen über Satellitenstartpläne im gesamten Sektor. Parallel dazu verunsicherte die Debatte um den SpaceX-Börsengang. Berichte über eine angestrebte Bewertung von 1,8 Billionen Dollar — statt ursprünglich über 2 Billionen — sorgten für Neubewertungen. Elon Musk widersprach den Berichten, die Unsicherheit bleibt.
Rocket Lab notiert aktuell bei rund 96,30 Euro — ein Minus von gut 2,5 Prozent auf Tagesbasis. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro Ende Mai hat die Aktie knapp 28 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 48 Prozent.
Operative Stärke bleibt unberührt
Das Geschäft selbst läuft. Im ersten Quartal erzielte Rocket Lab 136,7 Millionen Dollar Umsatz im Bereich Space Systems — mehr als doppelt so viel wie die 63,7 Millionen Dollar aus dem Startgeschäft. Das Unternehmen hat sich vom reinen Raketenstarter zum Satellitenhersteller entwickelt.
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Auf der Rüstungsseite hat Rocket Lab im Mai die System Requirements Review für das TRKT3-Programm der Space Development Agency bestanden. Das Programm umfasst Satelliten mit Raketenwarnung und Tracking-Fähigkeiten. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 816 Millionen Dollar. Zusammen mit dem bereits laufenden Transport Layer-Beta-Programm über rund 515 Millionen Dollar summieren sich die SDA-Aufträge auf mehr als 1,3 Milliarden Dollar.
Institutionelle Anleger gespalten
Das institutionelle Bild ist gemischt. Im ersten Quartal 2026 bauten 541 Investoren ihre Positionen aus, 363 reduzierten sie. Capital World Investors verkaufte rund 8,96 Millionen Aktien — ein Minus von 55,3 Prozent. Capital International Investors kaufte dagegen rund 6,7 Millionen Aktien hinzu. BlackRock erhöhte seine Position um knapp 4,9 Millionen Aktien, ein Plus von 14,8 Prozent.
18 Analysten vergeben laut S&P Global im Schnitt ein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 103,91 Euro. Die Spanne reicht von 60 bis 150 Euro — ein Hinweis auf die breite Bewertungsunsicherheit bei einem Unternehmen, das trotz starkem Umsatzwachstum noch Verluste schreibt.
Der nächste konkrete Katalysator ist der geplante Erstflug der Neutron-Rakete im vierten Quartal 2026. Gelingt der Start planmäßig, dürfte das die Diskussion über die Bewertung neu entfachen.
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