Rekordumsätze und steigende Margen – eigentlich ein Rezept für Rückenwind. Doch Rocket Lab hat beim Neutron-Programm einen klaren Dämpfer kassiert: Ein Testfehler verschiebt den Erstflug der nächsten Rakete, und damit rückt auch der erhoffte Wachstumsschub nach hinten. Genau diese Mischung aus starken Zahlen und einem konkreten Zeitplan-Rückschlag drückte zuletzt auf die Stimmung.
Rekordquartal – und trotzdem Gegenwind
2025 meldete Rocket Lab einen Rekordumsatz von 602 Mio. US-Dollar, ein Plus von 38% gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal lag der Umsatz bei 179,65 Mio. US-Dollar und damit leicht über der Markterwartung von 178,47 Mio. US-Dollar. Der Verlust betrug 9 Cent je Aktie und fiel damit etwas besser aus als die erwarteten 10 Cent Verlust.
Beim EPS-Vergleich gab es allerdings Uneinigkeit je nach Datenquelle: Eine Auswertung sprach von einem GAAP-Fehlschlag (–0,09 US-Dollar je Aktie gegenüber –0,01 US-Dollar erwartet). Andere Daten (Alpha Vantage) setzten die Schätzung für das Quartal ebenfalls bei –0,09 an – damit wäre das Ergebnis exakt im Rahmen.
Neutron: Testfehler verschiebt den Zeitplan
Die Zahlen gerieten schnell in den Hintergrund, weil die Entwicklung der Neutron-Rakete einen Rückschlag erlitt. Bei einer Qualifikation kam es zu einem Riss im Stage-1-Tank. Ursache war laut Unternehmen ein Fertigungsfehler in einem manuell hergestellten Bauteil. Die Produktion wurde daraufhin auf ein AFP-Verfahren umgestellt.
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Die Konsequenz ist messbar: Der Erstflug von Neutron wird nun für das vierte Quartal 2026 angepeilt, nachdem zuvor ein Start in der ersten Hälfte 2026 vorgesehen war. Das verlängert Entwicklungs- und Investitionsphase und erhöht kurzfristig den Druck auf Cashflow und Verluste, weil Test- und Entwicklungsaufwand (und damit die Kosten) steigen.
Passend dazu erwartet das Management für Q1 2026 niedrigere GAAP-Bruttomargen als im starken Q4. Die Prognose liegt bei 34% bis 36% (non-GAAP: 39% bis 41%). Beim Umsatz stellt Rocket Lab für Q1 2026 185 bis 200 Mio. US-Dollar in Aussicht. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit einem bereinigten EBITDA-Verlust von 21 bis 27 Mio. US-Dollar.
Auftragsbestand und HASTE liefern Stabilität
Ein Gegengewicht kommt vom Auftragsbestand: Der Backlog stieg im Jahresvergleich um 73% auf 1,85 Mrd. US-Dollar. Darin enthalten ist ein Auftrag der Space Development Agency über 816 Mio. US-Dollar.
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Auffällig im Q4: Produktumsätze lagen erstmals über den Serviceumsätzen, was die Abhängigkeit vom reinen Startgeschäft reduziert. Gleichzeitig zog der F&E-Aufwand deutlich an: 78,8 Mio. US-Dollar nach 48,3 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal.
Operativ setzte Rocket Lab zudem ein Zeichen im Verteidigungsbereich. Am 27. Februar 2026 startete die hypersonische Testmission „That’s Not A Knife“ mit der HASTE-Rakete für die Defense Innovation Unit (DIU). Es war der zweite DIU-Hyperschalltest in drei Monaten, der 7. HASTE-Start und insgesamt der 82. Start des Unternehmens. Im vierten Quartal absolvierte Rocket Lab sieben Missionen; 2025 kam der Konzern auf 21 Starts mit einer Erfolgsquote von 100%.
Was jetzt den Takt vorgibt
Zur finanziellen Ausgangslage gehört auch die Liquidität von rund 1,1 Mrd. US-Dollar, einschließlich 280,6 Mio. US-Dollar aus ATM-Verkäufen. Gleichzeitig warnte das Unternehmen vor weiter negativem Free Cashflow und erhöhten Investitionen, getrieben durch Neutron sowie das SDA-Programm.
Spannend wird, ob Rocket Lab den Kostenschwerpunkt 2026 tatsächlich wie angekündigt von F&E in Richtung Flug-Inventar verlagert – ein Signal, dass Neutron sich dem Erstflug nähert. Das nächste reguläre Zahlen-Update ist für Mai angekündigt; Q1 soll laut Management den Peak bei den Neutron-F&E-Ausgaben markieren.
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