Rocket Lab USA Aktie: Schale Aussichten?

Rocket Lab meldet Rekordumsatz, doch ein Fertigungsfehler verschiebt den Erstflug der Neutron-Rakete auf Ende 2026 und erhöht kurzfristig die Kosten.

Rocket Lab USA Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekordumsatz von 602 Millionen US-Dollar im Jahr 2025
  • Erstflug der Neutron-Rakete auf Q4 2026 verschoben
  • Auftragsbestand wächst um 73% auf 1,85 Milliarden US-Dollar
  • Erhöhte F&E-Ausgaben und prognostizierte EBITDA-Verluste

Rekordumsätze und steigende Margen – eigentlich ein Rezept für Rückenwind. Doch Rocket Lab hat beim Neutron-Programm einen klaren Dämpfer kassiert: Ein Testfehler verschiebt den Erstflug der nächsten Rakete, und damit rückt auch der erhoffte Wachstumsschub nach hinten. Genau diese Mischung aus starken Zahlen und einem konkreten Zeitplan-Rückschlag drückte zuletzt auf die Stimmung.

Rekordquartal – und trotzdem Gegenwind

2025 meldete Rocket Lab einen Rekordumsatz von 602 Mio. US-Dollar, ein Plus von 38% gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal lag der Umsatz bei 179,65 Mio. US-Dollar und damit leicht über der Markterwartung von 178,47 Mio. US-Dollar. Der Verlust betrug 9 Cent je Aktie und fiel damit etwas besser aus als die erwarteten 10 Cent Verlust.

Beim EPS-Vergleich gab es allerdings Uneinigkeit je nach Datenquelle: Eine Auswertung sprach von einem GAAP-Fehlschlag (–0,09 US-Dollar je Aktie gegenüber –0,01 US-Dollar erwartet). Andere Daten (Alpha Vantage) setzten die Schätzung für das Quartal ebenfalls bei –0,09 an – damit wäre das Ergebnis exakt im Rahmen.

Neutron: Testfehler verschiebt den Zeitplan

Die Zahlen gerieten schnell in den Hintergrund, weil die Entwicklung der Neutron-Rakete einen Rückschlag erlitt. Bei einer Qualifikation kam es zu einem Riss im Stage-1-Tank. Ursache war laut Unternehmen ein Fertigungsfehler in einem manuell hergestellten Bauteil. Die Produktion wurde daraufhin auf ein AFP-Verfahren umgestellt.

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Die Konsequenz ist messbar: Der Erstflug von Neutron wird nun für das vierte Quartal 2026 angepeilt, nachdem zuvor ein Start in der ersten Hälfte 2026 vorgesehen war. Das verlängert Entwicklungs- und Investitionsphase und erhöht kurzfristig den Druck auf Cashflow und Verluste, weil Test- und Entwicklungsaufwand (und damit die Kosten) steigen.

Passend dazu erwartet das Management für Q1 2026 niedrigere GAAP-Bruttomargen als im starken Q4. Die Prognose liegt bei 34% bis 36% (non-GAAP: 39% bis 41%). Beim Umsatz stellt Rocket Lab für Q1 2026 185 bis 200 Mio. US-Dollar in Aussicht. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit einem bereinigten EBITDA-Verlust von 21 bis 27 Mio. US-Dollar.

Auftragsbestand und HASTE liefern Stabilität

Ein Gegengewicht kommt vom Auftragsbestand: Der Backlog stieg im Jahresvergleich um 73% auf 1,85 Mrd. US-Dollar. Darin enthalten ist ein Auftrag der Space Development Agency über 816 Mio. US-Dollar.

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Auffällig im Q4: Produktumsätze lagen erstmals über den Serviceumsätzen, was die Abhängigkeit vom reinen Startgeschäft reduziert. Gleichzeitig zog der F&E-Aufwand deutlich an: 78,8 Mio. US-Dollar nach 48,3 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal.

Operativ setzte Rocket Lab zudem ein Zeichen im Verteidigungsbereich. Am 27. Februar 2026 startete die hypersonische Testmission „That’s Not A Knife“ mit der HASTE-Rakete für die Defense Innovation Unit (DIU). Es war der zweite DIU-Hyperschalltest in drei Monaten, der 7. HASTE-Start und insgesamt der 82. Start des Unternehmens. Im vierten Quartal absolvierte Rocket Lab sieben Missionen; 2025 kam der Konzern auf 21 Starts mit einer Erfolgsquote von 100%.

Was jetzt den Takt vorgibt

Zur finanziellen Ausgangslage gehört auch die Liquidität von rund 1,1 Mrd. US-Dollar, einschließlich 280,6 Mio. US-Dollar aus ATM-Verkäufen. Gleichzeitig warnte das Unternehmen vor weiter negativem Free Cashflow und erhöhten Investitionen, getrieben durch Neutron sowie das SDA-Programm.

Spannend wird, ob Rocket Lab den Kostenschwerpunkt 2026 tatsächlich wie angekündigt von F&E in Richtung Flug-Inventar verlagert – ein Signal, dass Neutron sich dem Erstflug nähert. Das nächste reguläre Zahlen-Update ist für Mai angekündigt; Q1 soll laut Management den Peak bei den Neutron-F&E-Ausgaben markieren.

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Über Dieter Jaworski 1653 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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