Rolls-Royce erlebt einen zweigeteilten Frühling. Während die Nachfrage nach Energieinfrastruktur für Rechenzentren explodiert, sorgt ein öffentlicher Streit mit einem Großkunden für Unruhe. Das Unternehmen muss nun beweisen, dass die operativen Probleme in der Luftfahrt den Aufstieg im Energiesektor nicht bremsen.

Boom bei Rechenzentren

Die Sparte Power Systems profitiert massiv vom weltweiten KI-Boom. Im ersten Quartal schoss der Auftragseingang um 50 Prozent nach oben. Der Auftragsbestand erreichte damit einen Wert von 7,3 Milliarden Pfund.

Ein Großprojekt in Lettland unterstreicht diesen Trend. Dort baut der Konzern einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 490 Megawattstunden. Das Geschäft mit Energieanlagen wird für die Briten immer mehr zum wichtigen Wachstumsmotor neben den Triebwerken.

Turbulenzen in der Luftfahrt

Parallel dazu schwelt ein Konflikt in der zivilen Luftfahrt. Scott Kirby, Chef von United Airlines, kritisierte jüngst die Wartungsleistung bei den Triebwerken für den Airbus A350. Er bemängelt die Zuverlässigkeit und die Dauer der Instandhaltung.

Rolls-Royce weist die Vorwürfe offiziell zurück. Operativ läuft es in der Luft: Die Flugstunden der großen Triebwerke erreichten zuletzt 115 Prozent des Niveaus von 2019. Die Erholung des globalen Flugverkehrs stützt das lukrative Servicegeschäft weiterhin.

An der Börse spiegelt sich die Zuversicht bisher wider. Die Aktie legte innerhalb eines Jahres um rund 38 Prozent zu und notiert aktuell bei 14,44 Euro. Damit hält das Papier einen deutlichen Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 13,81 Euro.

Das Management hält an seinen ambitionierten Zielen für 2026 fest. Angestrebt wird ein operativer Gewinn zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund. Der freie Cashflow soll bis dahin auf bis zu 3,8 Milliarden Pfund steigen.