Die Sparte Rolls-Royce Power Systems baut ihr Angebot für den Schiffbau aus und verstärkt zugleich ihre digitalen Dienstleistungen. Am Donnerstag präsentierte das Unternehmen auf der Monaco Yacht Show 2026 das Brückenkonzept mtu NautIQ Bridge unter dem Namen „Point Break“.

Das System nutzt Mensch-Maschine-Schnittstellen der nächsten Generation und führt ein Head-up-Display ein. Zudem sind künftige, durch künstliche Intelligenz unterstützte Bordfunktionen vorgesehen.

Die Neuentwicklung zielt auf moderne Steuerungsarchitekturen für Yachten ab. Durch die Zusammenführung wesentlicher Schiffsdaten im Sichtfeld soll die Führung der Schiffe spürbar erleichtert werden.

Neues Überwachungszentrum in Italien

Parallel dazu erweitert der britische Konzern seine weltweite Serviceinfrastruktur. Am Mittwoch nahm Rolls-Royce Power Systems ein neues Fernüberwachungszentrum im italienischen Arcola in Betrieb. Die Einrichtung kontrolliert mtu-Anwendungen in den Bereichen Marine, Yachten sowie Energieerzeugung. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Betriebsanomalien, um Stillstandzeiten zu verhindern.

Das Zentrum soll die Ausfallsicherheit im laufenden Betrieb sichern. Zugleich stärkt Rolls-Royce damit das margenstarke Service- und Wartungsgeschäft.

Bernstein hebt das Kursziel an

Die operativen Fortschritte finden auch bei Analysten Beachtung. Am Dienstag passte das Analysehaus Bernstein seine Bewertung für Rolls-Royce Holdings plc an. Die Experten hoben das Kursziel für die Aktie von 1.500 GBX auf 1.600 GBX an. Die Einstufung beließ das Haus auf „Neutral“.

An den Finanzmärkten behauptete sich der Titel zuletzt auf hohem Niveau. Am Freitag ging die Aktie bei einem Schlusskurs von 17,36 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit ein Kursplus von 32 Prozent.

Großprojekte in der europäischen Luftfahrt

Neben den maritimen Aktivitäten treibt Rolls-Royce auch technologische Großprojekte im Flugzeugbau voran. Am 18. September wurde bekannt, dass der Konzern die Führung des Projekts ELEVATED im Rahmen des EU-Programms Clean Aviation übernimmt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, demonstriert das Vorhaben ein hybrid-elektrisches Gasturbinen-Antriebssystem für hocheffiziente Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge.

Für die Vorhaben der vierten Clean-Aviation-Runde stehen bis zu 290 Millionen Euro an EU-Mitteln bereit. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf 664 Millionen Euro.

Medienberichten zufolge sicherte sich das Unternehmen zudem einen Auftrag von Philippine Airlines über mehrere hundert Millionen Pfund. Die Vereinbarung beinhaltet die Lieferung von 18 Triebwerken und langfristige Wartungsverträge für neun Airbus-Großraumflugzeuge. Rolls-Royce festigt damit seine Rolle in der zivilen Luftfahrt auf mehreren Kontinenten.