Am Donnerstag legt RWE die Jahreszahlen für 2025 vor – und der Zeitpunkt ist heikel. Das Bundeskartellamt hat dem Konzern kurz zuvor eine dominante Marktstellung bescheinigt, während im Ausland milliardenschwere Offshore-Projekte anlaufen. Wie gut das Geschäftsmodell unter diesem Spannungsfeld trägt, zeigt sich übermorgen.
Kartellamt sieht RWE als unverzichtbaren Stromlieferanten
Die deutschen Wettbewerbshüter haben eine klare Einschätzung formuliert. Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte, die Marktmacht der führenden Stromerzeuger in Deutschland habe erheblich zugenommen. RWE steht dabei besonders im Fokus: In 4,3 bis 11,1 Prozent der Jahresstunden war der Konzern demnach unverzichtbar für die Deckung der Stromnachfrage – der sogenannte Pivotal-Supplier-Anteil. Ab einer Schwelle von fünf Prozent sieht das Kartellamt eine marktbeherrschende Stellung als gegeben an.
Der Grund liegt weniger in einer Kapazitätsausweitung durch RWE selbst, sondern im Wegfall von Konkurrenz: Zahlreiche alte Kohlekraftwerke wurden stillgelegt, was RWE in Versorgungsengpässen eine Schlüsselrolle gibt. Eine rasche Entspannung ist nicht zu erwarten. Die von der Bundesregierung geplanten Ausschreibungen für neue steuerbare Kraftwerkskapazitäten können wegen langer Bauzeiten frühestens in einigen Jahren zu mehr Wettbewerb führen.
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Offshore-Wachstum soll Ertragsmix verschieben
Während der Heimatmarkt regulatorischen Gegenwind erzeugt, setzt RWE international auf Expansion. In Großbritannien sicherte sich der Konzern im Rahmen der Allocation Round 7 einen Contract for Difference für das Offshore-Windprojekt Norfolk Vanguard – mit einem garantierten Abnahmepreis von 91,20 GBP je Megawattstunde. Die finale Investitionsentscheidung ist für den Sommer 2026 geplant, die Inbetriebnahme für 2029. Finanzinvestor KKR hält 50 Prozent an dem Projekt, was die Bilanzbelastung für RWE begrenzt.
Das strategische Ziel dahinter ist klar umrissen: Ab 2028 sollen rund 75 Prozent des EBITDA aus Wind- und Solarenergie stammen – ein Profil, das stabilere Ergebnisverläufe verspricht.
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Bilanztermin als erste Standortbestimmung
Was die Jahreszahlen am 12. März zeigen müssen: Wie robust das operative Ergebnis die Kombination aus 15,7 Milliarden Euro Nettoverschuldung und einem Investitionsplan von rund 35 Milliarden Euro bis 2030 trägt. Hinzu kommt das laufende Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro sowie ein Dividendenvorschlag von 1,20 Euro je Aktie, über den die Hauptversammlung am 30. April abstimmt.
Die Aktie notiert derzeit nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 54,82 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 76 Prozent zugelegt – die Erwartungen an den Bilanztermin sind entsprechend hoch. Vorstand und Investoren werden genau beobachten, wie das Management die Kartellamt-Thematik einordnet und ob die Finanzierungsstrategie für die Expansionspläne überzeugend dargestellt wird.
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