Deutsche Bank Research hält an ihrer Kaufempfehlung für RWE fest und richtet den Blick auf den Energiehandel. Analyst Olly Jeffery bestätigte gestern das Kursziel von 65 Euro. Er hält es für möglich, dass RWE bereits vor den offiziellen Quartalszahlen am 11. November Eckdaten veröffentlicht. Damit könnte die nächste wichtige Nachricht früher kommen als im Finanzkalender vorgesehen.
Kaufempfehlung ohne neue Hochstufung
Die Einschätzung der Deutschen Bank ist eine Bestätigung ihrer bisherigen Position, keine neue Hochstufung. Das Kursziel bezieht sich auf einen Zeitraum von zwölf Monaten. Für die bevorstehende Berichterstattung stellt Jeffery vor allem die Entwicklung des Energiehandels heraus.
Die RWE-Aktie gewann gestern 1,5%. Der Schlusskurs von 57,58 € lag damit unter dem bestätigten Analystenziel. Die positive Tagesbewegung passt zur Kaufempfehlung, lässt sich aber nicht allein auf die Studie zurückführen.
Für Anleger sind dabei zwei Ebenen zu unterscheiden: Die Kaufempfehlung beschreibt die grundsätzliche Einschätzung des Hauses. Die mögliche Veröffentlichung vorläufiger Eckdaten betrifft dagegen den kurzfristigen Nachrichtenfluss. Jeffery formuliert diese Möglichkeit ausdrücklich als Erwartung, nicht als angekündigten Unternehmenstermin.
Windbedingungen ergänzen den Blick aufs Geschäft
Neben dem Energiehandel liefern die Windbedingungen einen weiteren Anhaltspunkt für die Beurteilung des Geschäftsverlaufs. JPMorgan hatte RWE am 12. Oktober weiterhin mit „Overweight“ bewertet. Analystin Alejandra Botbol untersuchte dafür Windgeschwindigkeiten und Stromerzeugung nach Ländern und Technologien. Die Gewichtung orientierte sich an der installierten Leistung.
Im dritten Quartal 2026 lagen die Windgeschwindigkeiten auf der Iberischen Halbinsel unter dem Durchschnitt. Im übrigen Europa blieben sie im Jahresvergleich weitgehend unverändert. Das ergibt ein regional unterschiedliches Bild und spricht gegen eine pauschale Einordnung der europäischen Windverhältnisse.
Die beiden Analysen setzen somit unterschiedliche Schwerpunkte. Während JPMorgan die Bedingungen für die Stromerzeugung betrachtet, nennt Deutsche Bank Research den Energiehandel als entscheidenden Faktor.
Für die nächste Bewertung der Aktie zählt deshalb nicht nur, wann RWE neue Zahlen vorlegt. Inhaltlich kommt es besonders darauf an, wie sich der Energiehandel entwickelt hat. Der feste Terminanker bleibt der 11. November; eine frühere Veröffentlichung von Eckdaten ist bislang lediglich Jefferys Möglichkeitsszenario.
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