Die RWE-Aktie hat am Donnerstag die 50-Euro-Marke durchbrochen und damit ein Niveau erreicht, das zuletzt 2011 gesehen wurde. Mit einem Plus von 1,8 Prozent kletterte der Titel auf 50,24 Euro – der höchste Stand seit fast 15 Jahren.

Auslöser für den Kurssprung waren erfolgreiche Zuschläge bei britischen Offshore-Auktionen am Vortag. Der Energiekonzern sicherte sich vier Großprojekte mit einer beeindruckenden Gesamtkapazität von 6,9 Gigawatt. Zum Vergleich: Die aktuelle Gesamtkapazität des Unternehmens liegt bei rund 40 Gigawatt – die neuen Projekte würden also eine erhebliche Erweiterung bedeuten.

Analysten drehen am Rad

Die Reaktion der Experten ließ nicht lange auf sich warten. Peter Bisztyga von der Bank of America schraubte sein Kursziel um satte 3 Euro auf nun 59 Euro hoch – damit hat er das ambitionierteste Ziel unter allen beobachteten Analystenhäusern. Metzler-Analyst Guido Hoymann setzte bereits am Vortag ein Zeichen und erhöhte seine Prognose auf 57 Euro.

Doch kann die Rally weitergehen? Aus charttechnischer Sicht spricht einiges dafür: RWE hat nicht nur die Hochs aus den Jahren 2022 und 2023 überwunden, sondern auch eine massive Widerstandszone zwischen 46,17 und 48,94 Euro geknackt, die bis ins Jahr 2009 zurückreicht.

Bewertung wird zum Stolperstein

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Während das Chartbild als „top“ bezeichnet wird, warnen einige Beobachter vor einer zunehmend anspruchsvollen Bewertung. Die Aktie hat inzwischen das durchschnittliche Kursziel vieler Analysten erreicht – weitere Kursgewinne könnten daher schwerer zu rechtfertigen sein.

Der Titel steht damit an einem entscheidenden Punkt: Gelingt der nachhaltige Ausbruch über die 50-Euro-Marke, könnte die Reise in Richtung der Analystenziele bei 57 bis 59 Euro gehen. Scheitert die Aktie jedoch an diesem Widerstand, droht eine Konsolidierung.