Eine angehobene Jahresprognose und solide Geschäftszahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 sorgen bei den Anlegern von Salesforce für deutlichen Optimismus.
Das Softwareunternehmen übertraf die Erwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn und kündigte zudem eine weitreichende Erweiterung seiner strategischen Partnerschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) an. Im vorbörslichen Handel klettert der Kurs heute um 14 Prozent auf 200,40 Euro.
Umsatzwachstum und Prognoseerhöhung stützen den Kurs
Das gestern nach US-Börsenschluss vorgelegte Zahlenwerk für das zweite Fiskalquartal weist einen Gesamtumsatz von 11,3 Milliarden US-Dollar aus. Besonders die Erlöse aus Abonnements und Support trugen mit 10,8 Milliarden US-Dollar massiv zum Ergebnis bei, worin auch ein Beitrag von 440 Millionen US-Dollar durch die Integration von Informatica enthalten ist.
Der Gewinn pro Aktie belief sich auf Basis der US-Rechnungslegung (GAAP) auf 4,29 US-Dollar, während das bereinigte Ergebnis (Non-GAAP) mit 5,90 US-Dollar pro Aktie gemeldet wurde.
Parallel zu den aktuellen Zahlen hob das Management den Ausblick an. Für das kommende dritte Quartal erwartet Salesforce nun Umsatzerlöse in der Größenordnung von 11,5 Milliarden US-Dollar.
Die verbleibende Leistungsverpflichtung (Remaining Performance Obligation) bezifferte das Unternehmen auf insgesamt 66,3 Milliarden US-Dollar, wobei der kurzfristige Anteil (cRPO) bei 33,5 Milliarden US-Dollar liegt.
Trotz der positiven Dynamik liegt die Aktie mit dem aktuellen Kurssprung noch immer etwa 13 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 229,90 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde.
Strategische KI-Offensive mit Claudeforce
Neben den Finanzkennzahlen rückte die technologische Weiterentwicklung in den Fokus. Salesforce kündigte gestern die Einführung von „Claudeforce“ an, eine vertiefte Kooperation mit dem KI-Spezialisten Anthropic.
Diese Partnerschaft soll die Claude-Modelle direkt in die Datenbestände, Workflows und Governance-Strukturen von Salesforce integrieren. Erste Pilotkunden haben bereits Zugriff auf diese Funktionen, während eine offene Beta-Phase für September 2026 geplant ist.
Zusätzlich erweiterte das Unternehmen am Dienstag seine Kommunikationsplattform Slack um neue Programmierfunktionen. Mit „Slack Code“ werden dedizierte Kanäle geschaffen, in denen KI-gestützte Coding-Agenten von Partnern wie Anthropic, OpenAI, GitHub und Vercel in einer gemeinsamen Umgebung genutzt werden können. Diese Maßnahmen unterstreichen das Ziel, KI-Anwendungen tief in die bestehenden Cloud-Strukturen und Entwickler-Tools einzubetten.
Analysteneinschätzungen und institutionelle Bewegungen
Die Reaktion der Analysten fiel zeitnah aus. Tyler Radke, Analyst bei Citi, hob gestern das Kursziel für Salesforce von 187 auf 204 US-Dollar an, behielt jedoch seine neutrale Einstufung bei. Die Anhebung erfolgte unmittelbar im Vorfeld der detaillierten Ergebnisveröffentlichung.
Während die operative Entwicklung an Fahrt gewinnt, zeigen Berichte über institutionelle Investoren ein gemischtes Bild: Medienberichten zufolge gab Soros Fund Management Mitte August bekannt, seine Position bei Salesforce im Laufe des zweiten Quartals vollständig aufgelöst zu haben.
Salesforce setzt unterdessen seine Kapitalrückführungen an die Aktionäre fort. Im abgelaufenen Quartal schüttete der Konzern Dividenden in Höhe von 364 Millionen US-Dollar aus und setzte sein beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar weiter fort.
Mit einem operativen Cashflow von 1,3 Milliarden US-Dollar und einem freien Cashflow von 1,1 Milliarden US-Dollar präsentiert sich die finanzielle Basis für diese Maßnahmen weiterhin robust.
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