Salesforce liefert operativ ab – und sorgt trotzdem für Stirnrunzeln. Denn auf ein starkes Quartal folgt ein vorsichtigerer Blick nach vorn. Genau dieser Spagat erklärt, warum die Aktie rund um die Zahlen so wechselhaft reagierte.
Starkes Quartal, starke Cashflows
Im vierten Quartal (per 31. Januar 2026) übertraf Salesforce die Gewinnerwartungen klar: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,81 US-Dollar, deutlich über der Konsensschätzung von 3,04 US-Dollar. Der Umsatz stieg um 12% auf 11,20 Mrd. US-Dollar und lag damit knapp über den Erwartungen.
Auch im Gesamtjahr fielen mehrere Kennzahlen solide aus: 41,5 Mrd. US-Dollar Umsatz (+10%), eine GAAP-Operativmarge von 20,1% sowie ein höherer operativer Cashflow (15,0 Mrd. US-Dollar, +15%) und Free Cashflow (14,4 Mrd. US-Dollar, +16%). Dazu kamen steigende „Remaining Performance Obligations“: cRPO bei 35,1 Mrd. US-Dollar (+16%) und totale RPO bei 72,4 Mrd. US-Dollar (+14%). Das signalisiert: Ein großer Teil künftiger Umsätze ist vertraglich bereits angelegt.
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Warum der Ausblick trotzdem drückt
Der Haken aus Marktsicht steckt im Umsatzausblick für das neue Geschäftsjahr 2027. Salesforce stellt 45,8 bis 46,2 Mrd. US-Dollar in Aussicht (10% bis 11% Wachstum). Der Mittelpunkt lag damit leicht unter der Konsensschätzung von 46,06 Mrd. US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie (13,11 bis 13,19 US-Dollar) lag die Prognose dagegen weitgehend im Rahmen.
Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres klang es freundlicher: Umsatz von 11,03 bis 11,08 Mrd. US-Dollar sowie ein bereinigtes EPS von 3,11 bis 3,13 – beides über den Erwartungen. Jefferies verwies dennoch darauf, dass sich das organische Umsatzwachstum 2027 in konstanter Währung auf 7% bis 8% abschwächen dürfte und 2027 zudem ein „Investment-Jahr“ werden soll – mit nur geringer Margenausweitung.
Hier liegt die entscheidende Frage: Reichen starke Gewinne und Cashflows aus, wenn das Umsatztempo nicht wieder klar anzieht? Genau daran knüpfen auch Analystenkommentare an, die eine Rückkehr zu zweistelligem organischem Abo-Wachstum als wichtig für neues Vertrauen nennen.
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KI-Plattform Agentforce legt zu – plus Kapitalrückflüsse
Im KI-Thema meldete Salesforce spürbaren Rückenwind: Die Agentforce-Plattform kam auf 800 Mio. US-Dollar an jährlichen wiederkehrenden Umsätzen (ARR), ein Plus von 169% gegenüber dem Vorjahr. Die kumulierten Deals stiegen auf über 29.000 (+50% gegenüber dem Vorquartal). Zusätzlich führte das Unternehmen mit „Agentic Work Units“ eine neue Kennzahl ein und meldete 2,4 Mrd. ausgelieferte Einheiten (plus 57% gegenüber dem Vorquartal).
Parallel setzt Salesforce auf Aktionärsrendite: Ein neues Aktienrückkaufprogramm über 50 Mrd. US-Dollar ersetzt bisher nicht ausgeschöpfte Programme. Zudem steigt die Quartalsdividende um 5,8% auf 0,44 US-Dollar, zahlbar am 23. April 2026. Im Geschäftsjahr 2026 flossen insgesamt 14,3 Mrd. US-Dollar an Aktionäre zurück (12,7 Mrd. über Rückkäufe, 1,6 Mrd. über Dividenden). Außerdem hob Salesforce das Umsatzziel für 2030 auf 63 Mrd. US-Dollar an, auch gestützt durch die im November 2025 abgeschlossene Informatica-Übernahme.
Zum Wochenschluss zeigt sich die Aktie weiter nervös: Heute steht sie bei 165,70 Euro (-1,98%), bleibt aber im Wochenvergleich im Plus (+5,45%). Entscheidend für die nächsten Monate dürfte sein, ob Agentforce und das breitere KI-Angebot sich schneller und messbarer im Umsatzwachstum niederschlagen – genau dort, wo der aktuelle Ausblick die Erwartungen nur knapp verfehlt hat.
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