Die jüngste Einschätzung des Analysehauses CLSA wirft einen vorsichtigen Blick auf die weitere Entwicklung von Salesforce. Trotz der anhaltenden Dynamik im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) rücken strukturelle Herausforderungen beim organischen Wachstum in den Fokus der Marktteilnehmer. Analyst Bhavtosh Vajpayee hat die Abdeckung des Software-Konzerns mit einer „Hold“-Empfehlung und einem Kursziel von 165 US-Dollar eingeleitet.

Organisches Wachstum im Fokus der Analyse

Die Experten von CLSA begründen ihre zurückhaltende Haltung vor allem mit einem sich verlangsamenden organischen Wachstum, das derzeit bei etwa 6 % im Jahresvergleich liegt. Zwar profitiert das Unternehmen von Rückenwind durch KI-Integrationen, doch diese könnten laut Vajpayee gleichzeitig als Gegenwind fungieren. Die Bewertung wurde auf Basis des 15-fachen erwarteten Gewinns pro Aktie (GAAP EPS) für das Geschäftsjahr 2028 vorgenommen.

Im Vergleich zu anderen Analysehäusern zeigt sich bei Salesforce ein gespaltenes Bild. Während Guggenheim die Aktie kürzlich auf „Buy“ mit einem Ziel von 228 US-Dollar heraufgestufte, bleibt KeyBanc mit einer Einstufung als „Sector Weight“ neutral. Optimistischer äußern sich Evercore ISI und Goldman Sachs, die Kursziele von 250 US-Dollar beziehungsweise 242 US-Dollar ausgegeben haben. Aktuell notiert der Wert bei 151,36 € und liegt damit 2,31 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 147,94 €.

Finanzergebnisse übertreffen die Markterwartungen

Trotz der vorsichtigen Analystenstimmen lieferte Salesforce für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 solide operative Kennzahlen. Das Unternehmen meldete einen Gewinn pro Aktie von 3,88 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung der Analysten von 3,13 US-Dollar deutlich. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 13,3 % auf 11,13 Milliarden US-Dollar, was ebenfalls über den Erwartungen von 11,05 Milliarden US-Dollar lag.

Das Management reagierte auf die Entwicklung mit einer Anhebung der Umsatzprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2027 auf eine Spanne zwischen 45,9 Milliarden und 46,2 Milliarden US-Dollar. Besonders im Bereich der KI-gestützten Arbeitsprozesse verzeichnet das Unternehmen Fortschritte. Die sogenannten „Agentic Work Units“ stiegen im Quartalsvergleich um 111 % auf 3,8 Milliarden Einheiten, während die Verarbeitung von Token um 152 % auf 28,6 Billionen zunahm. Dennoch spiegelt die Kursentwicklung seit Jahresbeginn eine anhaltende Skepsis wider: Die Aktie verzeichnet in diesem Zeitraum ein Minus von 33,25 %.

Verschiebungen im institutionellen Aktionariat

Während die operative Marge und das bereinigte Ergebnis je Aktie für das laufende Jahr positiv prognostiziert werden, haben namhafte institutionelle Investoren ihre Positionen zuletzt ausgebaut. Die KBC Group NV erhöhte ihren Anteil im ersten Quartal 2026 um 11,5 % auf insgesamt über 1,22 Millionen Aktien. Noch deutlicher fiel der Zuwachs bei Ironwood Investment Counsel LLC aus, wo die Beteiligung um 372,7 % auf 22.727 Anteile aufgestockt wurde. Auch Greenwood Gearhart LLC meldete massive Zukäufe und hält nun Aktien im Wert von rund 14,49 Millionen US-Dollar.

Das Marktumfeld für Software-Unternehmen bleibt jedoch volatil. Mitte Juli sorgte eine Umsatzwarnung von IBM für Verunsicherung im Sektor, da Kunden verstärkt Investitionen in Hardware und Speicherlösungen für KI-Infrastrukturen priorisierten und Software-Projekte verschoben. In diesem Zuge gerieten auch die Papiere von Salesforce kurzzeitig unter Druck. Das Unternehmen setzt unterdessen auf die Ausbildung seiner Nutzerbasis und bietet neue Trainingsprogramme für autonome Agenten und generative Sprachmodelle an, um die Effizienz der KI-Anwendungen in Unternehmen zu steigern.