Der Software-Gigant Salesforce erlebt derzeit einen beispiellosen Kontrast an der Börse. Während das operative Geschäft Rekordumsätze und ein rasantes Wachstum bei KI-Anwendungen verzeichnet, hat die Aktie seit Ende 2025 fast ein Drittel ihres Wertes verloren. Um den Kursverfall zu stoppen, greift das Management nun zu einer drastischen Maßnahme: dem größten beschleunigten Aktienrückkauf der Geschichte, der sogar die eigene Bonität belastet.
Angst vor der KI-Revolution
Hinter dem massiven Kursrutsch verbirgt sich eine fundamentale Neubewertung des gesamten Software-Sektors. Investoren fürchten, dass autonome KI-Agenten zunehmend menschliche Arbeitsabläufe übernehmen. Diese Entwicklung bedroht das klassische Geschäftsmodell von Cloud-Anbietern, das auf Lizenzen pro Nutzer basiert. Als der Konkurrent Anthropic kürzlich eine neue Funktion für seine Claude-Modelle vorstellte, die eigenständig Computeraufgaben ausführen kann, verschärften sich diese Sorgen um das sogenannte „Per-Seat“-Modell.
Erschwerend kommt das makroökonomische Umfeld hinzu. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zuletzt auf 4,39 Prozent. Dieser Zinsanstieg erhöht den Diskontierungssatz für zukünftige Cashflows und drückt die Bewertung von Wachstumsaktien im gesamten Technologiebereich nach unten.
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Operative Stärke trifft auf Skepsis
Ein Blick auf die Bilanzen zeichnet ein völlig anderes Bild als der Aktienkurs, der gestern bei 157,16 Euro schloss und damit fast 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 steigerte Salesforce den Umsatz um zehn Prozent auf 41,5 Milliarden US-Dollar. Besonders die neue KI-Plattform Agentforce wächst rasant und verzeichnete zuletzt einen Anstieg der jährlich wiederkehrenden Umsätze um 169 Prozent auf 800 Millionen US-Dollar.
Allerdings enttäuschte die Prognose für das laufende Jahr. Ein anvisiertes Umsatzwachstum von zehn bis elf Prozent reichte der Wall Street nicht aus, die auf eine deutlichere KI-getriebene Beschleunigung gehofft hatte. In der Folge fiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf einen Wert von etwa 14 – weit unter den historischen Fünf-Jahres-Durchschnitt von 34.
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Schulden für den Aktienkurs
Als Reaktion auf die historisch niedrige Bewertung hat der Vorstand ein beispielloses Kapitalrückführungsprogramm gestartet. Die erste Tranche im Wert von 25 Milliarden US-Dollar wird sofort ausgeführt:
- Es handelt sich um den größten beschleunigten Aktienrückkauf der Unternehmensgeschichte.
- Die initialen 103 Millionen Aktien entsprechen etwa 80 Prozent des geplanten Gesamtvolumens dieser Tranche.
- Die Finanzierung erfolgt über Anleihen, die ab 2028 fällig werden und Laufzeiten von bis zu 40 Jahren haben.
- S&P Global senkte aufgrund der massiv erhöhten Verschuldung das Kreditrating des Unternehmens.
Zusätzlich zahlt Salesforce am 23. April 2026 eine reguläre Quartalsdividende von 0,44 US-Dollar je Anteilsschein aus.
Das Management rechnet für die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres mit einer erneuten organischen Wachstumsbeschleunigung. Sollte sich das von Analysten prognostizierte Gewinnwachstum von 17,5 Prozent pro Jahr bewahrheiten, wäre die Aktie auf dem aktuellen Niveau fundamental unterbewertet. Die kurzfristige Entwicklung hängt nun maßgeblich davon ab, ob die neuen KI-Produkte schnell genug skalieren, um die aufkommende Marktsättigung im reiferen Kerngeschäft auszugleichen.
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