SanDisk-Aktien legen am Dienstag um 15,70 Prozent zu und schließen bei 1.400 Euro. Der Sprung kommt nicht von ungefähr: Der Speicherchip-Hersteller bereitet einen fundamentalen Umbau seines Geschäftsmodells vor. Details dazu will das Management bei den Jahreszahlen im August liefern.

Mehrjahresverträge statt Preiszyklen

Der Kern der Strategie: SanDisk wechselt zu einem neuen Geschäftsmodell mit mehrjährigen Kundenverträgen. Diese Vereinbarungen sichern feste finanzielle Zusagen. Das soll die typischen Preisschwankungen im NAND-Flash-Markt abfedern.

Das Unternehmen hat kürzlich eine Auftrags-Pipeline von rund 42 Milliarden Dollar offengelegt. Zum Vergleich: Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate lag bei 13,2 Milliarden Dollar. SanDisk bestätigt, im dritten Fiskalquartal und direkt danach fünf dieser großvolumigen Verträge unterschrieben zu haben.

Berichten zufolge verhandelt das Unternehmen zudem mit weiteren Großkunden aus dem Hyperscaler-Bereich. Ein Engagement mit Meta zur Unterstützung von KI-Infrastruktur wird dabei genannt.

Neue Chip-Generation für KI-Rechenzentren

Parallel zum Vertriebsumbau treibt SanDisk seine Technologie-Roadmap voran. Der Grund: Die Nachfrage nach Speicher für KI-Beschleuniger wächst schnell. Das Unternehmen hat kürzlich Muster seines BiCS10-Chips vorgestellt, einem 1-Terabit-TLC-3D-NAND-Speicher der zehnten Generation.

Die neue Technologie bietet laut Unternehmensangaben eine um 59 Prozent höhere Bit-Dichte als der Vorgänger BiCS8. Mit Schnittstellengeschwindigkeiten von bis zu 4,8 Gigabit pro Sekunde zielt der Chip direkt auf datenintensive Workloads in KI-Rechenzentren. Dort bleibt das Speicherangebot strukturell knapp.

Kurs bleibt trotz Rally deutlich unter Hoch

Trotz des kräftigen Anstiegs liegt die Aktie noch 32,04 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.060 Euro, erreicht am 22. Juni 2026. Der 14-Tage-RSI von 46,3 zeigt: Die Aktie hat den überverkauften Bereich nach der Dienstags-Rally verlassen.

Zwei Termine im August rücken jetzt in den Fokus. Am 5. August legt SanDisk die Zahlen für das vierte Fiskalquartal und das Gesamtjahr 2026 vor. Die bisherige Umsatzprognose für das vierte Quartal liegt zwischen 7,75 und 8,25 Milliarden Dollar – ein Sprung von 30 bis 38 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Am 13. August folgt ein Investorentag. Dort will das Management weitere Details zur langfristigen Strategie und zur Belastbarkeit des neuen Ertragsmodells liefern.

SanDisk meldet bereits, dass die KI-optimierten Speicherlaufwerke für den Rest des Jahres 2026 ausverkauft sind. Der Markt wird beim Quartalsbericht genau prüfen, ob das Unternehmen die Lieferengpässe im Griff behält – und ob die angepeilte Bruttomarge von 78,9 bis 80,9 Prozent im vierten Quartal erreichbar bleibt.