Sandisk erlebt einen Nachfrageboom, der die Produktionskapazitäten sprengt. Die Speicherchips des Unternehmens sind Berichten zufolge bis mindestens Ende 2026 ausverkauft. Große Technologiekonzerne sichern sich bereits jetzt Lieferkontingente für 2027. Die Aktie reagiert entsprechend: Mit einem Plus von 515 Prozent seit Jahresanfang notiert sie bei 1.695 Dollar — ein neues Allzeithoch.

KI befeuert Speicher-Boom

Der Treiber ist klar: der Ausbau der KI-Infrastruktur. KI-Workloads verbrauchen Speicher in einem Tempo, das frühere Markterwartungen übertrifft. Besonders der NAND-Markt profitiert. Die steigende Nachfrage aus dem KI-Inferencing treibt den Bit-Bedarf und könnte die durchschnittlichen Verkaufspreise im zweiten Halbjahr 2026 weiter nach oben treiben. Enterprise-SSDs von Cloud-Anbietern sind besonders gefragt — großvolumige Bestellungen erhöhen den Bit-Verbrauch zusätzlich.

Der rasante Kursanstieg hat den RSI auf 79,5 Punkte getrieben. Das deutet auf eine überkaufte Situation hin. Die Aktie notiert rund 57 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.

Strategische Weichenstellung

Sandisk hat die Weichen für die Zukunft gestellt. Das Joint Venture mit Kioxia wurde bis 2034 verlängert. Zusammen mit langfristigen Lieferverträgen, die Preisunter- und -obergrenzen enthalten, soll das die typischen Zyklen des Speichermarktes abfedern.

Gleichzeitig arbeitet Sandisk an High-Bandwidth Flash (HBF) — einer Technologie, die Flash-Speicher auf die Geschwindigkeitsanforderungen von KI-Systemen bringen soll. Die Markteinführung ist für Ende 2026 geplant. Sollte sich das aktuelle Preisniveau für Speicherprodukte normalisieren, könnte HBF dem Unternehmen eine neue strategische Position im KI-Ökosystem sichern.