Wer im S&P 500 nach dem ultimativen Gewinner des Jahres sucht, landet unweigerlich bei SanDisk. Der Speicherspezialist deklassiert aktuell den gesamten Markt. Ein massives Analysten-Upgrade treibt den Kurs nun auf neue Höhen.

Am Dienstag schoss das Papier um fast elf Prozent auf 2.273 US-Dollar nach oben. Damit krönt der Konzern ein beispielloses Halbjahr. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf gewaltige 781 Prozent.

Dynamische Verträge als Schutzschild

Auslöser der jüngsten Rally war die Investmentbank Bernstein. Analyst Mark Newman hob sein Kursziel radikal von 1.700 auf 3.000 US-Dollar an. Zuvor hatte bereits die Citigroup ihre Erwartungen deutlich nach oben geschraubt.

Newman begründet seinen Optimismus mit der Vertragsstruktur von SanDisk. Der Konzern schließt dynamische Langzeitverträge über drei bis fünf Jahre ab. Diese bieten laut dem Experten einen echten Schutz nach unten. Ein festgelegter Mindestpreis sichert die Margen ab.

Das zahlt sich im aktuellen Marktumfeld extrem aus. Die Nachfrage nach NAND-Speichern für KI-Rechenzentren übersteigt das Angebot bei Weitem. Branchenkollege Micron bestätigte kürzlich diese massive Verknappung. Experten erwarten für das zweite Quartal branchenweit drastisch steigende Speicherpreise.

Rekordzahlen wecken Kritiker

Die eigenen Geschäftszahlen untermauern diesen Boom. Im dritten Quartal verdoppelte SanDisk den Umsatz im Vergleich zum Vorquartal nahezu auf knapp sechs Milliarden US-Dollar. Besonders das Geschäft mit Rechenzentren explodierte förmlich. Die Bruttomarge sprang auf beeindruckende 78 Prozent.

Für das vierte Quartal legt das Management die Messlatte noch höher. Der Umsatz soll auf bis zu 8,25 Milliarden US-Dollar klettern. Ein Drittel der Einnahmen für das kommende Geschäftsjahr ist bereits vertraglich gesichert. Das schafft eine seltene Planbarkeit. Ein enormer Vorteil in der zyklischen Speicherbranche.

Kritiker warnen indes vor der hohen Bewertung. Sie bezweifeln, dass SanDisk diese extremen Margen dauerhaft halten kann. Fallen die Spotpreise für Speicherchips branchenweit, könnten die variablen Vertragsanteile die Gewinne belasten. Nach Börsenschluss gab die Aktie leicht auf 2.247 US-Dollar nach. Erste Gewinnmitnahmen belegen die hohe Sensibilität des Marktes.